Unter dem Schnee begraben

Lawine auf der Zugspitze: Tourengeher gerettet

Garmisch-Partenkirchen - Drei Skitourengeher aus Koblenz (29), Bonn (29) und München (30) haben am Sonntagnachmittag auf der Zugspitze eine Lawine ausgelöst. Das Schneebrett riss die Männer zwischen 170 und 200 Meter mit sich.

Sie wurden kurzzeitig verschüttet, konnten sich aber selbst befreien.

Mit Warnstufe 3 herrschte zu dieser Zeit im freien Skigelände auf der Zugspitze „erhebliche Lawinengefahr“. „Der Sturm der vergangenen Tage hatte zudem vermehrt zu Windverfrachtungen geführt“, schildert Verena Lothes, Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). „Keine optimalen Bedingungen für eine Tour außerhalb der gesicherten Pisten.“

Doch genau die haben offenbar drei Tourengeher unternommen. Gegen 14.30 Uhr waren sie unterhalb der nördlichen Wetterspitze in rund 2600 Metern Höhe unterwegs. Nach Auskunft eines Polizeisprechers in Garmisch-Partenkirchen war das Trio von der Bergstation des Wetterwandeck-Sesselliftes „zu dieser riskanten Tour“ aufgebrochen. Durch die hohe Belastung, die die Sportler auf der Schneedecke verursachten, löste sich im Steilgelände auf dem eingeschneiten Oberflächenreif die Lawine auf einer Länge von gut 50 Metern.

Zwei Männer wurden völlig, einer teilweise verschüttet. Alle konnten sich aus eigener Kraft retten. Mehrere Wintersportler beobachteten den Lawinenabgang und alarmierten die Bergwacht. Mit einer Pistenraube konnten die Retter die Skitourengeher, die alle einen Schock erlitten, in Sicherheit bringen und versorgen. Jener Skitourengeher, der teilweise verschüttet wurde, zog sich zudem eine Knieverletzung zu. Er wurde nach Angaben der Polizei, die mit zwei Bergführern die Ermittlungen aufgenommen hat, ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen gebracht.

Matthias Holzapfel

Rubriklistenbild: © Archiv/dpa

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Keine Rettungsgasse: Feuerwehrlern platzt der Kragen
Keine Rettungsgasse: Feuerwehrlern platzt der Kragen
Sepp Haslinger: Wetterkerze wieder voll daneben
Sepp Haslinger: Wetterkerze wieder voll daneben
So skurril wurde der Balkan-Bandenchef überführt
So skurril wurde der Balkan-Bandenchef überführt
Meridian lässt Unglückszüge von Bad Aibling nachbauen
Meridian lässt Unglückszüge von Bad Aibling nachbauen

Kommentare