Thomas Tuchel ist nicht mehr Trainer von Borussia Dortmund

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Zum Saisonschluss

Lawinengefahr: Weißer Tod in der Frühlingssonne

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Weißer Tod: Eine Lawine rast auf ein Bergsteigercamp im Himalaya zu.

München - Am Ende der Wintersaison steigt die Gefahr von tödlichen Schneebrettern und Lawinen. Die tz gibt wichtige Tipps für alle, die noch eine Abschlusstour planen.

Gerade die immer mehr steigenden Temperaturen bergen eine besonders tödliche Gefahr: schwere Grundlawinen. „Die Sonne hat schon richtig Kraft“, sagt Thomas Griesbeck von der Bergwacht Bayern. „Die Hänge, die in der prallen Sonne liegen, sind besonders gefährdet.“ Dies wurde am Freitag vor einer Woche dem 27-jährigen Lorenz H. aus Freising zum tödlichen Verhängnis. Der Hang, den er gemeinsam mit seinem Vater zum Ende eines Skitages im Osttiroler Skigebiet Brunnalm zur Talabfahrt überqueren wollte, war am Nachmittag durch die Sonneneinstrahlung zu einer unsichtbaren tödlichen Falle geworden. „Die Schneedecke ist abgeplatzt wie eine Eierschale“, sagten Bergretter nach dem tragischen Unfall. Tagsüber hatten diverse Tourenfahrer den Hang problemlos überquert, wie viele Spuren bewiesen.

Die Experten am Berg weisen auch darauf hin, dass eine umfassende Ausrüstung unbedingt notwendig sei (siehe Kasten rechts).

Eine 50-jährige Frau aus dem Berchtesgadener Land hatte unglaubliches Glück: Sie war im Embachkar von einer Lawine verschüttet worden und wurde nach 90 Minuten von einem Suchhund ausfindig gemacht. Ein Lawinenverschüttetensuchgerät hatte sie nicht bei sich. Statistisch sinken die Überlebenschancen nach 15 bis 35 Minuten auf ein Drittel, nach 90 Minuten werden nur noch sieben Prozent lebend gerettet. Die Frau hatte Glück, denn sie hatte eine relativ große Atemhöhle.

Schneeschuhwanderer gehen oft ein großes Risiko ein. „Sie kennen die Wege möglicherweise vom Sommer und gehen sie auch im Winter“, sagt Thomas Griesbeck. Das kann ein tödlicher Fehler sein, denn die vom Sommer als harmlos bekannten Wege können im Winter in lawinengefährdeten Hängen liegen. Bei der Abfahrt auf Skiern besteht für geübte Sportler bisweilen noch die Chance, den abrutschenden Schneemassen zu entkommen – zu Fuß mit den unhandlichen Schneeschuhen ist ein Fluchtversuch komplett aussichtslos.

Die fünf Lawinenwarnstufen

Stufe 1 (geringe Gefahr): verfestigte Schneedecke, Lawinenauslösung nur bei großer Zusatzbelastung.

Stufe 2 (mäßige Gefahr): Auslösegefahr bei Steilhängen ab 30 Grad.

Stufe 3 (erhebliche Gefahr): Schneedecke mäßig verfestigt, Auslösung schon bei einzelnen Skifahrern möglich.

Stufe 4 (große Gefahr): Schneedecke schwach verfestigt, teilweise spontane Auslösung (ohne Belastung) möglich.

Stufe 5 (sehr große Gefahr): Schneedecke instabil, Lawinen ständig möglich.

So bereiten Sie sich auf eine Skitour vor

Tourengeher und Freerider kennen nichts Schöneres, als über einen unverspurten Hang zu gleiten. Wer abseits der Piste genießen will, muss aber auch das Risiko kennen und sich vorbereiten. Dazu gehören die aktuellen Lawinenwarnungen im Internet:

Bayern: www.lawinenwarndienst-bayern.de

Österr.: www.lawinen.at

Südtirol: www.provinz.bz.it/lawinen/home.asp

Schweiz: www.slf.ch

Mit genauen Gebietskarten kann dann mit den aktuellen Informationen eine relativ sichere Route für die Tour geplant werden (Geländeneigung entsprechend der Lawinenwarnstufen). Zur Ausrüstung gehören Handy, LVS-Gerät, Lawinensonde und Schaufel. Zusätzlichen Schutz verspricht ein Rucksack mit Airbagsystem.

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