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Verbot übertrieben oder gerechtfertigt? Song-Debatte um Schlager-Hit „Layla“ spaltet die Bayern

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Von: Tanja Kipke

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Auf Bänken tanzen und Bier trinken: Auf bayerischen Volksfesten wird zu jedem Lied mitgegrölt.
Auf Bänken tanzen und Bier trinken: Auf bayerischen Volksfesten wird zu jedem Lied mitgegrölt. © Imago/Archivbild

Der Ballermann-Hit „Layla“ führt aktuell die deutsche Chart-Liste an. Würzburg verbietet den Song auf seinem Volksfest. Eine bundesweite Debatte entbrennt.

Würzburg – Der Wirbel um den Schlager-Hit „Layla“ von DJ Robin & Schürze hat bundesweite Kreise gezogen. Würzburg hatte am Montag beschlossen, den Song auf dem Kiliani-Volksfest nicht zu erlauben, da der Liedtext sexistisch sei. Daraufhin gab es von zahlreichen Seiten Unterstützung, aber auch viel Unverständnis über die Entscheidung der Stadt. Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hält das Verbot beispielsweise für übertrieben, einige Experten sehen in dem Text allerdings ganz eindeutig Sexismus.

Ballermann-Hit auf Volksfest verboten: Zweite deutsche Stadt zieht nach

Nach Würzburg untersagt auch die riesige Kirmes in Düsseldorf den Partyhit „Layla“. Der Veranstalter - ein traditionsreicher Schützenverein - ist entsetzt über den Inhalt des Liedes. „Ich bin der Meinung, dass dieses Lied überall hingehört - nur nicht auf unseren Festplatz“, sagte Schützen-Chef Lothar Inden der Deutschen Presse-Agentur.

Schützen-Chef Inden sagte der dpa, er habe das Lied vorher nicht gekannt und sich dann mit dem Inhalt beschäftigt. Der Text entspreche in keiner Weise den Gepflogenheiten seines Traditionsvereins. In dem Ballermann-Hit heißt es unter anderem: „Ich hab‘ ‚nen Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler (...) Die schöne Layla, die geile Layla. Das Luder Layla, unsre Layla (...).“

Schlager-Hit „Layla“: Verbot übertrieben oder gerechtfertigt? Stimmen Sie ab

In Netz trifft die Entscheidung der Stadt zum Teil auf großes Unverständnis. Auf Videos aus dem Würzburger Festzelt ist zu sehen, wie Feiernde lautstark „Layla“ rufen und den Song „einfordern“, berichtet der BR. Andere fragen sich auf Facebook, ob dann auch bald andere Partylieder wie „Skandal im Sperrbezirk“ oder „Dicke“ von Marius Müller-Westernhagen verboten werden.

Video: Musikexperte: So „sexistisch“ ist der Partyhit „Layla“

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„Layla“ auf Würzburger Kiliani verboten: Stadt hatte bereits umstrittenes Donaulied untersagt

„Layla“ ist tatsächlich nicht der erste Song, den die Stadt Würzburg auf dem Volksfest verbietet. Im vergangenen Jahr wurde bereits das umstrittene „Donaulied“ untersagt. Der Song handelt von der Vergewaltigung eines schlafenden Mädchens. Die Stadt hatte damals beschlossen, generell keine sexistischen und rassistischen Lieder mehr zu spielen.

„Wir sind keine Sittenpolizei, sondern Veranstalter“, sagte Uwe Zimmermann, bei der Stadt zuständig für das Kiliani-Volksfest dem BR. Bei städtischen Veranstaltungen seien sexistische oder rassistische Liedtexte unpassend. „Deswegen ist die Entscheidung nur konsequent.“ Die Debatte um den Song wird wohl noch einiges an Aufsehen erregen. (tkip)

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