Lebensgefährliche Ballerspiele

Murnau: Trio schießt wild um sich

Gewehre, Pistolen und Messer: Murnaus Polizeichef Joachim Loy (l.) und Ermittler Klaus Neuner mit den beschlagnahmten Waffen der drei Ammertaler. Foto: seiler

Murnau - Ihr Hobby war nicht nur illegal, sondern auch gefährlich: Drei junge Männer aus dem Ammertal haben sich einen Sport daraus gemacht, mit Luftdruck- und Reizgaswaffen um sich zu ballern.

Dabei entstand nicht nur ein erheblicher Schaden, es hätten auch Personen verletzt werden können. Nach einem Zeugenhinweis flogen der 19-jährige Bad Bayersoier und die beiden 21-jährigen Bad Kohlgruber Ende Dezember auf. Die Polizei hatte das Auto-Kennzeichen eines der Möchtegern-Cowboys herausgefunden. Bei einer Kontrolle saßen die Drei bewaffnet in dem Fahrzeug. Es kam noch dicker: Im Zuge einer anschließenden Hausdurchsuchung fanden die Beamten der Polizei Murnau ein richtiges Waffenarsenal.

Neben zehn Luftdruckgewehren und -pistolen, die echten Schusswaffen zum Verwechseln ähnlich sehen, hatten die Ammertaler in ihren Zimmern auch eine Armbrust, einen Totschläger, eine Machete und einen Säbel herumliegen. Die kleinen Rambos müssen sich jetzt wegen Sachbeschädigung und etlicher Verstöße gegen das Waffengesetz verantworten. Es drohen Haftstrafen.

„Das ist kein Kavaliersdelikt“, sagte Murnaus Polizeichef Joachim Loy, der den Fall im Rahmen eines Pressegesprächs vorstellte. Er ist fassungslos: Der Umgang mit den Luftdruckwaffen sei keine harmlose Spielerei. „Wenn man das Auge trifft, dann kann dies tödlich sein“, betonte er. Ein Schuss auf den Körper könne zu einer schweren Verwundung führen. Immerhin werden in der Regel Blei- oder Stahlgeschosse als Munition verwendet. Bei der Ballerei hätte es Passanten oder Hausbewohner erwischen können. Zum Glück ist dies nicht passiert.

Die Ermittlungen dauern noch an. Fest steht: Der Bad Bayersoier und die beiden Bad Kohlgruber fuhren im Dezember immer nachts mit dem Auto durch das Ammertal, suchten sich Ziele aus und schossen darauf. Die Murnauer Polizei, die für die Region zuständig ist, geht von 50 bis 60 Anschlägen aus - und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich unter Telefon 0 88 41/6 17 60 zu melden. Die Schadenssumme steht noch nicht fest. Sie dürfte aber sehr hoch sein. Einmal wurde in Oberammergau ein Hinterglasfenster zerstört, das 5000 Euro wert war - um nur ein Beispiel zu nennen.

Der Kauf der Luftdruckwaffen ist übrigens erlaubt. Allerdings dürfen diese nur auf speziellen Anlagen benutzt werden. Sie dürfen aber keinesfalls - wie es die drei jungen Männer getan haben - offen getragen werden. Dies könnte bei einer Kontrolle durch Polizisten als Bedrohung empfunden werden - und zu einer Eskalation führen. (as)

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