Mord an Boutique-Besitzerin

Tegernsee-Mord: Urteil gegen Ursula D. steht fest

+
Die Angeklagte Ursula D. bekommt lebenslänglich.

Rottach-Egern - Mit dem Tragegurt einer Handtasche ist Boutique-Besitzerin Ursula M. in Rottach-Egern erdrosselt worden - aus Habgier. Die Mörderin muss nun lebenslang hinter Gitter.

Wegen Raubmordes an einer Boutique-Besitzerin hat das Münchner Schwurgericht eine Verkäuferin zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Strafmaß entsprach am Donnerstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf eine zwölfjährige Freiheitsstrafe wegen Raubes mit Todesfolge plädiert und will nach einem Gespräch mit der Angeklagten über eine Revision entscheiden.

Nach Überzeugung der Schwurgerichtskammer stand die Angeklagte nach der Insolvenz ihrer beiden Kosmetiksalons vor einem Schuldenberg und musste ihr Haus verkaufen. Ihre Ehe zerbrach, zu den zwei Kindern gab es kaum noch Kontakt. Zuletzt scheiterte auch noch eine neue Beziehung. Eine ihr genehme Arbeit fand die 49-Jährige nicht.

Vor diesem Hintergrund entschloss sich laut Urteil die gelernte Verkäuferin im November 2012 zum Überfall auf die Boutique-Besitzerin in Rottach-Egern. Bei der 66-jährigen Geschäftsfrau hatte sie zwei Jahre zuvor zur Probe gearbeitet. Aus dieser Zeit wusste sie, dass die Ladeninhaberin in ihrer Wohnung eine Geldtasche mit einem größeren Betrag aufbewahrte.

Die Angeklagte verfolgte am 5. November 2012 ihr späteres Opfer nach Ladenschluss zur Wohnung. Sie hatte ein Messer bei sich, das sie der Geschäftsfrau mit der Forderung nach Geld vors Gesicht hielt. Die Überfallene umklammerte die Klinge und konnte sie der Angreiferin entwinden; bei dem anschließenden Gerangel legte die Angeklagte ihrem Opfer den Gurt ihrer Tragetasche um den Hals und zog zu. Aus Angst vor Entdeckung nahm sich die Täterin nur Zeit für eine oberflächliche und vergebliche Suche nach der Geldtasche. Sie nahm 250 Euro und die EC-Karte aus der Börse des Opfers und kaufte tags darauf in München ein.

„Es war nicht geplant, dass sie erstickt“, versicherte die Angeklagte beim Prozessauftakt. Das Schwurgericht ging aber davon aus, dass die 49-Jährige den Tod des Opfers in Kauf genommen hatte.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Sirenen: Heute um 11 Uhr Probealarm in Bayern
Sirenen: Heute um 11 Uhr Probealarm in Bayern
Baulandpreise explodieren! Wer soll sich das noch leisten können? 
Baulandpreise explodieren! Wer soll sich das noch leisten können? 
Wie München und Bayern von Bahn-Verbesserungen profitieren sollen 
Wie München und Bayern von Bahn-Verbesserungen profitieren sollen 
„Es war nicht die erste Alte, die ich umgenietet habe“
„Es war nicht die erste Alte, die ich umgenietet habe“

Kommentare