Premer (73) stirbt an Silvester

Leiche vom Mühlbach: Wie kam es zu dem Unglück?

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Im Mühlbach in Prem, der entlang der Schongauer Straße verläuft, wurde der Leichnam gefunden.

Prem - Der 73-jährige Vaughan L. wurde am Freitag tot aus dem Mühlbach in Prem gezogen. Die Umstände seines Todes sind auch Tage später noch rätselhaft.

Nachdem die genauen Umstände des Todes zunächst unklar waren, gab sich die Schongauer Polizei in Bezug auf Informationen sehr bedeckt. Mittlerweile hat die Kripo Weilheim aber die Ermittlungen übernommen und vergleichsweise schnell ermittelt, dass es keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt, man aber wohl auch nicht von einem Suizid ausgehen kann.

Lagebesprechung: Prems Bürgermeister Herbert Sieber (links) und Kreisbrandmeister Werner Baum (Rückenansicht). Verdeckt ist Kommandant Hugo KIeber.

Fakt ist, dass ein Anlieger am Freitagvormittag gegen 11 Uhr die Leiche im Wehr des Premer Mühlbachs in unmittelbarer Nähe zur Füssener Straße entdeckte. Da man zunächst davon ausging, dass sich der Leichnam auf Ostallgäuer Seite befinden würde und anfangs auch die Vermutung bestand, dass noch weitere Personen betroffen seien, wurden die Lechbrucker Wehr sowie die Wasserwachten aus Füssen, Kaufbeuren und Buchloe herbeordert. Kurze Zeit später stand dann aber fest, dass nur Vaughan L. , der seit etwa sieben Jahre allein in seiner Wohnung in Prem lebte, betroffen war. Der 73-Jährige konnte nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden.

Dass er von einem Nachbarn überhaupt entdeckt wurde, ist dem Umstand zuzuschreiben, dass der Tote mit einer sehr auffälligen gelben Jacke bekleidet war, die dem Nachbarn im Wehr aufgefallen war. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern in Rosenheim meinte dazu: „Hätte er die auffällige Jacke nicht getragen, wäre er vermutlich noch lange nicht entdeckt worden.“

Der Premer Bürgermeister Herbert Sieber wurde kurz darauf in der gerade laufenden vormittäglichen Gemeinderatssitzung informiert und eilte genauso zum Tatort wie die nachalarmierte Wehr aus Prem und später noch die Schongauer Wasserwacht, die allerdings nicht mehr eingreifen musste. Bei der Suche wurde zunächst auch ein Rettungshubschrauber aus dem österreichischen Reutte eingesetzt, da man ja zunächst nicht wusste, ob es noch weitere Opfer gibt.

Als dann durchsickerte, dass es sich nur um eine Person handelte und der Fundort bekannt war, konnte der Helikopter wieder abdrehen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Bergungsarbeiten bereits im vollen Gang. Dazu waren auch Rettungstaucher und -schwimmer im Einsatz. Und die Bergung gestaltete sich außerordentlich schwierig und zeitintensiv, da sich der Leichnam polizeilichen Angaben zufolge offenbar im Wehr verfangen hatte und angesichts der widrigen Witterungsverhältnisse nur schwer geborgen werden konnte.

Rettungsschwimmer und Rettungstaucher der Wasserwachten aus Füssen, Kaufbeuren undBuchloe waren vor Ort, um die Suche nach dem Toten aufzunehmen. Später stieß auchnoch die Schongauer Wasserwacht dazu.

Der 73-Jährige hatte am Silvesterabend noch im Restaurant Zur alten Tenne im Flößerdorf gefeiert. Dort wurde er auch gegen 23.45 Uhr letztmals lebend gesehen. Zu diesem Zeitpunkt soll er Angaben des dortigen Personals zufolge zwar einigen Alkohol getrunken haben, aber noch gut ansprechbar gewesen sein. Ob er anschließend während seines etwa zwei Kilometer langen Heimwegs, bei dem er den Bach überqueren musste, um sein Haus zu erreichen, auf infolge des starken Schneefalls glattem Untergrund ausgerutscht ist oder wegen des Alkoholeinflusses gestürzt ist, ist noch unklar. Die Polizei bittet deshalb jetzt die Bevölkerung um Mithilfe.

Wer hat den 73-jährigen Rentner zwischen der Silvesternacht und dem Neujahrsmorgen gesehen? Beschrieben wird das Opfer als zirka 1,80 Meter groß, mit normaler Statur, graumelierten Haaren, Fünf- bis Sechs-Tage-Bart und bekleidet mit auffälliger gelber Winterjacke.

Weitere Untersuchungen, die nun am Institut für Rechtsmedizin in München erfolgen, sollen weitere Klarheit über die Todesursache geben. Im Ort war der Rentner gut bekannt und nahm rege am Tagesgeschehen teil.

Von Stephan Penning und Oliver Sommer

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