Frau aus Lindau beschuldigte Männer

Die Internet-Lüge "Flüchtlinge vergewaltigten mich" 

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Lindau - Alles gelogen, alles frei erfunden! Am zweiten Weihnachtsfeiertag erschreckte die etwa 5600 Mitglieder einer öffentlichen Lindauer Gruppe im Internet die Nachricht, dass am Vorabend eine junge Frau von einer Gruppe afrikanischer und arabischer Flüchtlinge vergewaltigt worden sei.

Aufgrund ihrer Verletzungen sei sogar eine stationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig geworden.

Am Sonntag dann folgte dazu ein Pressebericht der Polizei Lindau. Alles gelogen! Über einen 39-Jährigen aus Lindau, der den entsprechenden Bericht in dem sozialen Netzwerk veröffentlicht hatte, waren die Ermittler auf die Frau gestoßen, die angeblich vergewaltigt worden war. Den Vorfall hat es nicht gegeben, er war frei erfunden. Die beiden müssen nun mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Der 39-Jährige räumte gegenüber dem Administrator der Seiten ein, er habe von der Frau Informationen zu der vermeintlichen Vergewaltigung übers Handy erhalten und dann auf der Internetseite veröffentlicht. „Er ist da wohl auf jemand reingefallen“, sagt der Adminstrator im Gespräch mit der tz. Vermutlich habe er die Angaben des vermeintlichen Opfers ungeprüft übernommen und veröffentlicht, anstatt die Polizei zu benachrichtigen. „Da war er wohl ein wenig naiv.“ Inzwischen ist die Nachricht entfernt, der 39-Jährige entschuldigte sich öffentlich.

Der Bericht entfachte eine intensive Diskussion auf der Internetplattform und führte zu etlichen Anrufen bei der Polizei mit der Nachfrage, warum dieses Verbrechen verschleiert werde. Da weder durch die vermeintlich betroffene Frau noch durch Angehörige oder Zeugen die Straftat zur Anzeige gebracht worden war, mussten die Beamten Rückfragen bei umliegenden Polizeidienststellen und in Krankenhäusern im Bereich der Direktion Schwaben sowie bei den Kollegen in Österreich durchführen. Die natürlich alle ergebnislos blieben.

Der Administrator des Lindauer Forums, das seit rund vier Jahren besteht, hatte den Beitrag am zweiten Weihnachtsfeiertag am Abend entdeckt. „Ich habe ihn gesehen und gleich gelöscht.“ Und nachdem klar sei, dass es eine üble Falschmeldung ist, werde jeder aus der Gruppe geworfen, der nicht seine entsprechenden fremdenfeindlichen Beiträge korrigiere oder lösche. 

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