Notfallfahrplan läuft

Lokführer-Streik in Bayern - Fahrgäste nehmen's gelassen

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Obwohl viele Züge ausfallen mussten, schätzt die Bahn die Lage als "entspannt" ein.

München/Nürnberg - Wieder einmal Streik bei der Bahn: Auch in Bayern kam es erneut zu zahlreichen Zugausfällen im Fern- und Regionalverkehr. Doch die Reisenden nahmen das Ganze - notgedrungen - eher gelassen. Auch die Bahn schätzt die Lage als „entspannt“ ein.

Wieder zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen, aber kein Chaos: Der erneute Streik bei der Bahn hat den Zugfahrplan in Bayern am Mittwoch gehörig durcheinandergewirbelt. Im Fernverkehr konnte die Deutsche Bahn im Freistaat nur 244 anstatt der geplanten 805 Züge auf die Schiene schicken. Vom Streik betroffen waren auch die Fahrgäste im Regionalverkehr, hier fuhren bayernweit nur rund 50 Prozent der Züge regulär. In den Großräumen München und Nürnberg mussten sich Reisende bei den S-Bahnen in Geduld üben, hier fuhren die Züge nur im Stundentakt statt alle 20 Minuten.

Die Reisenden nahmen die Ausfälle und Verspätungen - notgedrungen - eher gelassen hin. Allerdings bildeten sich an Infoständen der Deutschen Bahn am Vormittag lange Schlangen - so etwa am Münchner Hauptbahnhof. Dort wurden Fragen zum Notfahrplan beantwortet. Ein Mitarbeiter in München sprach von „sehr verständnisvollen“ Fahrgästen. An den Schaltern waren vor allem die Vordrucke zur Rückerstattung des Fahrpreises stark nachgefragt.

Zwischen 8.00 und 09.00 Uhr war die Haupthalle deutlich leerer als sonst - lediglich auf vier von fünfzehn Gleisen fuhren Züge, die nach Auskunft eines dortigen Bahn-Sprechers „sehr gut besetzt“ waren. Er schätzte die Lage als „entspannt“ ein - auch weil sich viele Pendler rechtzeitig informiert hätten und „gelernt“ hätten. Für Fernreisende wollte die Bahn gegen Abend erneut einen Hotelzug - bestehend aus mehreren Schlafwagen - auf einem Seitengleis bereitstellen, um Reisenden eine Übernachtungsmöglichkeit zu gewähren.

In Nürnberg warteten gegen 7.00 Uhr viele Menschen an den Gleisen - oft vergeblich, denn viele Züge fielen aus. „Wir hoffen, dass wir in einer halben Stunde in den Zug reinkommen - und dass er überhaupt fährt“, sagte ein Ehepaar aus Würzburg. Die Eheleute waren gerade mit dem Flugzeug aus dem Türkei-Urlaub gekommen.

Auf der Schiene lief vergleichsweise wenig, auf den Straßen kam es aber laut Polizei zunächst nicht zu vermehrten Staus. Freuen durften sich aber unter anderem Taxifahrer: Der zentrale Taxi-Stand am Münchner Hauptbahnhof etwa war laut einem Fahrer „deutlich leerer als sonst“. Auch das Mietwagen-Unternehmen Sixt in München verzeichnete deutlich mehr Buchungen.

Die Lokführer im Personenverkehr wollen bis Donnerstagabend im Ausstand bleiben. Mit dem Streik will die Gewerkschaft GDL weiteren Druck auf die Deutsche Bahn machen. Sie hatte die Verhandlungen am vergangenen Freitag nach 16 Runden ein weiteres Mal für gescheitert erklärt.

dpa

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