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Lokführer verhindert Kollision von zwei Zügen am Ammersee

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Von: Dirk Walter

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Auf demselben Gleis sind am Donnerstagmorgen zwei Züge der Bayerischen Regiobahn am Bahnhof in Utting am Ammersee eingefahren. Der Lokführer konnte den Zusammenstoß mit einer Notbremse gerade noch verhindern. Die Bayerische Regiobahn gehört wie der Meridian und die Bayerische Oberlandbahn zum Unternehmen Transdev. © beg

In Utting fahren zwei mit Schülern besetzte Züge auf demselben Gleis ein – Grund wohl unachtsamer Fahrdienstleiter. Der Vorfall erinnert an das Unglück von Bad Aibling.

Utting – Die geistesgegenwärtige Reaktion eines Lokführers hat wohl eine Kollision zweier Züge der Bayerischen Regionbahn (BRB) verhindert. Am Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr fuhr ein Zug aus Schondorf kommen auf Gleis zwei des Bahnhofs in Utting am Ammersee ein. Doch auf diesem Gleis stand bereits ein Zug, der Lokführer leitete deshalb eine Notbremsung ein. Etwa 50 Meter vor dem im Bahnhof stehenden Zug kamen die Waggons zum stehen.

„Wir sind heilfroh, dass nichts passiert ist“, sagt Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer der Bayerischen Regiobahn, die wie der Meridian zum Unternehmen Transdev gehört. „Der Lokführer hat schnell und gut reagiert.“ Eigentlich sollten sich die beiden Bahnen im zweigleisigen Bahnhof kreuzen – bevor die Strecke der Ammerseebahn außerhalb von Utting wieder eingleisig verläuft. Der Uhrzeit geschuldet befanden sich in beiden Zügen viele Schüler. Beide Züge mussten evakuiert werden, damit die Schüler per Bus in die Schule gebracht werden konnten.

Keine Stellungnahme zum Zwischenfall

Zur Ursache für den gefährlichen Zwischenfall gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme. Die Deutsche Bahn, die für das Gleisnetz und damit auch für den zuständigen Fahrdienstleiter verantwortlich ist, bestätigte das Ereignis und erklärte, dass der Vorfall sofort an die zuständigen Untersuchungsbehörden weitergeleitet wurde und untersucht wird. Nach Informationen unserer Zeitung wurde der Fahrdienstleiter im Uttinger Bahnhof unmittelbar nach dem Vorfall abgelöst, was wohl auf ein menschliches Versagen hindeutet. Die Strecke wurde nach einer Prüfung auf technische Probleme nach rund zwei Stunden wieder freigegeben. 

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hätten mehrere Schüler geschildert, dass ein Bahnmitarbeiter gerade am Bahnsteig war, um Schubsereien unter den Schülern zu unterbinden. Als er den nahenden Zug gesehen habe, sei er zurück zum Dienstgebäude gerannt.

Der Vorfall erinnert in seiner Entstehung an das schwere Zugunglück von Bad Aibling vor zwei Jahren, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen und 89 zum Teil schwer verletzt wurden. Der Fahrdienstleiter hatte damals ein Signal falsch gestellt, weil er von einem Handyspiel abgelenkt war. In der Folge war vom Einbau eines Antikollisionssystems die Rede, das Züge automatisch stoppen würde. Doch das wurde bisher abgesehen von einer Schmalspurbahn nirgendwo eingebaut.

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