Unterwegs mit Staffel Oberpfaffenhofen

Waldbrandgefahr: Luftrettungsstaffel beobachtet Oberbayern 

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Pilot Frank Eisenack und Luftbeobachter Franz Ströbl im Einsatz.
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Das Einsatzflugzeug: Eine Cessna 720
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Ein Feuerwehrauto steht quer auf der Straße. Die Luftbeobachter schauen nach, was los ist.
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Von links nach rechts: Franz Ströbl, Christoph Fürst und Frank Eisenack.
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Die Luftbeobachter fliegen in Schleifen ihr Beobachtungsgebiet ab. Es reicht von Weßling, über den Starnberger See, nach Peißenberg und Schwangau bis zum Lech. 
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Die Luftbeobachter fliegen in Schleifen ihr Beobachtungsgebiet ab. Es reicht von Weßling, über den Starnberger See, nach Peißenberg und Schwangau bis zum Lech. 
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Die Luftbeobachter fliegen in Schleifen ihr Beobachtungsgebiet ab. Es reicht von Weßling, über den Starnberger See, nach Peißenberg und Schwangau bis zum Lech. 
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Die Luftbeobachter fliegen in Schleifen ihr Beobachtungsgebiet ab. Es reicht von Weßling, über den Starnberger See, nach Peißenberg und Schwangau bis zum Lech. 

Die Waldbrandgefahr ist enorm hoch, in Oberbayern gilt die höchste Warnstufe. Luftbeobachter sollen Brände schon frühzeitig entdecken. Ein Rundflug mit der Staffel Oberpfaffenhofen.

Oberpfaffenhofen – Es ist diesig, das macht es besonders schwierig. Franz Ströbl, 65, kneift die Augen zusammen, er schaut aus dem Flugzeugfenster, lehnt sich nach links und rechts. Neben ihm sitzt Pilot Frank Eisenack, 38. Sie suchen nach einer Farbveränderung in der Luft, einer hellen Schwade über den Wäldern. Nach etwas, das aussieht wie Rauch oder Feuer. Es könnte der Beginn des nächsten Waldbrands sein. Und den wollen sie verhindern.

Das Einsatzflugzeug: Eine Cessna 720

Der Fuchstaler Franz Ströbl und Frank Eisenack aus Germering fliegen im Einsatz für die Luftrettungsstaffel, Stützpunkt Oberpfaffenhofen. Es ist Donnerstagnachmittag, gerade ist es besonders heiß. Die Luftrettung ist den dritten Nachmittag in Folge unterwegs in ihrem Einsatzgebiet. Sie fliegen den Großraum Starnberg, Schongau und Weilheim ab. Die Hitze hat die Wälder und den Boden völlig ausgetrocknet – mit jedem Tag, den es nicht regnet, steigt die Waldbrandgefahr.

Der Gefahrenindex des Deutschen Wetterdiensts schwankt derzeit zwischen 4 und 5 – das ist die höchste Warnstufe. Die Regierung von Oberbayern hat deshalb Luftbeobachtungen angeordnet. Sieben Stützpunkte, 105 ehrenamtliche Piloten und 38 Sportflugzeuge, fünf Motorsegler und einen Kleinhubschrauber gibt es. Sie sollen keine Brände bekämpfen, sondern verhindern, dass sie sich ausbreiten können.

Pilot Frank Eisenack und Luftbeobachter Franz Ströbl im Einsatz.

Die Cessna der Flugstaffel Oberpfaffenhofen fliegt gerade über die Gemeinde Fuchstal (Landkreis Landsberg a. Lech), da muss es schnell gehen. Franz Ströbl hat etwas erspäht. „Da drüben, flieg mal runter“, sagt er. Er klingt plötzlich sehr ernst. Die Cessna wackelt ohnehin schon, aber jetzt fliegt sie wilde Kurven. Doch schnell gibt es Entwarnung: Ein Feuerwehrauto steht quer über der Straße – wegen eines Unfalls.

Ein Feuerwehrauto steht quer auf der Straße. Die Luftbeobachter schauen nach, was los ist.

Die Staffel in Oberpfaffenhofen ist die jüngste der sieben Beobachtungsstandorte in Oberbayern. Das Konzept ist überall gleich: Die Piloten sind Mitglieder in Flugsportvereinen, die Beobachter werden vom Landratsamt bestellt, sie kommen von Behörden, der Forstverwaltung, der Feuerwehr. Einsatzkosten trägt der Katastrophenschutzfonds des Freistaates, Gerätschaften und Ausbildung werden durch Spenden finanziert.

Pilot Frank Eisenack, eigentlich Mathematiker, fliegt seit 2008, seit März für die Staffel Oberpfaffenhofen. Ein Feuer hat er noch nicht entdeckt. Zum Glück. Aber wenn, dann könnten die Beobachter die Leitstelle alarmieren und die Löschautos an die Brandstelle lotsen. Jede Minute zählt, denn Feuer breiten sich rasend schnell aus. So wie erst vergangene Woche in Portugal: Mindestens 64 Personen starben, 26 000 Hektar Wald brannten ab. Oder wie in der Silvesternacht am Jochberg, als aus einem Lagerfeuer ein Großeinsatz mit Katastrophenalarm wurde.

Von links nach rechts: Franz Ströbl, Christoph Fürst und Frank Eisenack.

Zwei Stunden später, zurück am Boden. Stützpunktleiter Christoph Fürst wartet auf seine Crew. „Am schlimmsten ist es, eine Kippe wegzuwerfen“, sagt er, „das Auto mit einem heißen Auspuff auf der Wiese abzustellen oder eine Flasche in die Natur zu werfen – es braucht nicht viel, dann brennt es.“ Eigentlich einfache Regeln, die doch nicht selbstverständlich sind. Aber sie helfen, damit die Luftbeobachter keine Rauchschwaden melden müssen.

Sie wollen helfen? 

Spendenkonto der Luftrettung

Sparkasse Mittelfranken Süd

IBAN: DE 83 76 45 00 00 00 00 52 100

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