Regensburger OB: „Ein herber Schlag für die Stadtentwicklung“

Luxus-Hotel zu teuer für Thurn und Taxis

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Gloria von Thurn und Taxis will die Kosten senken

Regensburg - Der Umbau des Regensburger Thurn-und-Taxis-Schlosses in ein Luxushotel ist gescheitert.

Die Geschäftsleitung des Fürstenhauses kündigte am Montag an, dass das seit Jahren geplante Projekt eines Fünf-Sterne-Hotels nicht weiter verfolgt werde. Ein wirtschaftlich erfolgreicher Betrieb des Hotels sei wegen der hohen Investitionskosten nicht gesichert, sagte Thurn-und-Taxis-Manager Stephan Stehl. Die Stadt Regensburg hatte vor einem Jahr die Nobelherberge mit 110 Zimmern, Wellnessbereich und Restaurant genehmigt.

Das Thurn-und-Taxis-Schloss in Regensburg wird nun doch nicht umgebaut

Das Luxushotel ist bereits das zweite Großprojekt, das am Thurn-und-Taxis-Stammsitz gescheitert ist. Schon vor mehreren Jahren sollte im Schlosspark das lange geplante Regensburger Kultur- und Kongresszentrum gebaut werden. Dagegen hatten aber Denkmalschützer Bedenken. Für das Hotel hatte die Denkmalschutzbehörde allerdings grünes Licht gegeben. Zu Protesten gegen das Vorhaben kam es dennoch, da für die Zufahrt zum Hotel in dem Park Bäume hätten gefällt werden müssen. Ursprünglich sollte das Hotel 2010 in mehreren Schlossflügeln eröffnet werden. Die Familie wollte dafür mit einer großen Hotelkette kooperieren.

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Bereits in den 1990er Jahren hat Gloria von Thurn und Taxis damit begonnen, den Schlosskomplex schrittweise neu zu nutzen, um die laufenden Kosten zu senken. Seitdem wurden eine Seniorenresidenz, Büros und ein Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums dort eingerichtet. Der ehemalige Klosterkomplex hat rund 500 Räume und ist damit größer als der Buckingham Palace in London. „Nun werden wir alternative Nutzungsmöglichkeiten für das Schloss prüfen, die ebenfalls seinem Rang als Kulturdenkmal gerecht werden und gleichzeitig zur Deckung der Unterhaltskosten beitragen können“, kündigte Stehl an. Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU) reagierte sauer: „Diese Entscheidung enttäuscht mich sehr“, erklärte Schaidinger. Thurn und Taxis habe bisher immer damit argumentiert, dass die Hotelnutzung die einzige Möglichkeit sei, das Schloss in einem Umfang wirtschaftlich zu nutzen, der den Erhalt dieses herausragenden Denkmals langfristig sicherstelle, sagte der OB. Außerdem sei das Aus für das Fünf-Sterne- Hotel auch ein herber Schlag für den Tourismus der Welterbestadt und damit auch für die weitere Stadtentwicklung.

Quelle: tz

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