20 Minuten Belagerung im Hostel

Macheten-Horror: Es war alles noch viel dramatischer

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Die Herberge kurz nach den dramatischen Ereignissen: Der Angreifer versuchte immer wieder hineinzukommen. Oben der zweite Tatort in dem Gebirgsort.

Oberstdorf - Der Angriff eines Machetenmanns in einem Allgäuer Bergparadies – die Attacke verlief weitaus dramatischer als bisher bekannt.

Drei Männer, alles enge Verwandte des 23-Jährigen Angreifers aus Memmingen, wurden bei dem Wahnsinn im Trettachtal schwer verletzt. Doch es hätte schlimmer kommen können: 20 Minuten lang versuchte Machetenmann Daniel H. durch Türen in das Hostel einzudringen, drinnen panikerfüllte, verletzte Verwandtschaft und Urlauber. Immer wenn er draußen auftauchte, wurde von innen versucht, die Tür zuzuhalten. Hilfe holen über Handy ging nicht – die Leute in der Herberge, darunter eine Geburtstagsgesellschaft aus dem Großraum Aachen, hatten kein Netz. Ein einziger Horror!

Daniel H. war am Samstag mit dem Zug nach Oberstdorf gefahren, wo er um 16 Uhr ankam. Er ist amtsbekannt aufgrund von Körperverletzungsdelikten und kämpfte offenbar mit psychischen Problemen. Von Oberstdorf aus marschierte er die 7,5 Kilometer lange Privatstraße nach Spielmannsau hinauf, dem späteren Tatort. In einem Gebäude fand er seine späteren Waffen, die Machete und eine Ahle, ein Stechwerkzeug. Er hielt sich in dem Gebäude auch mehrere Stunden lang versteckt, bis 21.45 Uhr, dem Zeitpunkt, als er in die Herberge eindrang. Dort schlug er auf seinen Bruder (25) und einen Cousin (26) ein, verletzte eine Freundin des Cousins (29). Alle flüchteten, wurden aber dabei von ihm verfolgt und immer wieder angegriffen. Dann ging Daniel H. in ein Hotel, das sein Onkel betreibt. Der 59-Jährige wurde mit Hieben überzogen. Danach belagerte der Täter das Hostel.

Gegenüber dem Haftrichter gab er an, er habe in voller Tötungsabsicht gehandelt. Sein Motiv blieb auch am Montag unklar. Allerdings zeichnete sich ab, „dass psychische Probleme des Mannes, der bereits mehrfach in entsprechender Behandlung war, eine nicht unerhebliche Rolle als Auslöser für die Tat darstellten“, so Polizeisprecher Christian Owsinski. Gegen den Angreifer wurde Unterbringungsbefehl wegen versuchten zweifachen Mordes und zweifacher gefährlicher Körperverletzung erlassen.

mc

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