Vor Augen ihrer Familie abgestürzt

Mädchen (8) tot: Trauer nach Bergunglück

Ein Hubschrauber in der Nähe der Unglücksstelle

Ramsau - Trauer und Fassungslosigkeit sind groß, nachdem ein Mädchen (8) an der Reiter Alpe tödlich verunglückt ist. Sie stürzte vor den Augen ihrer Familie ab.

Es war ein falscher Tritt. Eine kleine Unachtsamkeit mit schrecklichen Folgen: Als eine sechsköpfige Familie aus Mittelfranken am Freitag von der Reiter Alpe im Berchtesgadener Nationalpark absteigt, macht das jüngste Kind, ein achtjähriges Mädchen, einen Fehler. Es tritt auf einen Stein, rutscht aus und fällt 100 Meter in die Tiefe – vor den Augen der entsetzten Eltern und den drei Geschwistern. Die Kleine ist sofort tot.

Die Familie urlaubt derzeit im Berchtesgadener Land. Die sechs wollen die Ferien gemeinsam in der Natur genießen. Die Eltern mit den vier Kindern – zwei Töchter, zwei Söhne – stammen aus dem Örtchen Sachsen bei Ansbach. Am Freitag brechen sie zu einer Wanderung in den Berchtesgadener Nationalpark auf. Es geht rauf zur Reiter Alpe. Die Familie ist gut ausgerüstet, alle tragen festes Schuhwerk. Mittags genießen sie den Ausblick ins Tal.

Gegen 15.35 Uhr macht sich die Gruppe zum Abstieg über Ramsau auf. Es geht über den Edelweißlahner Steig auf der Südostseite der Reiter Alpe talabwärts. Auf 1300 Metern Höhe geschieht dann das schreckliche Unglück. Das kleine Mädchen rutscht aus und verliert den Halt. Es stürzt 100 Meter an der Felswand ab. Voller Verzweiflung versucht der Vater, zu seiner Tochter hinabzusteigen und begibt sich selbst in allerhöchste Lebensgefahr. „Der Vater ist bis zum Steilhang einer Felswand abgestiegen, zum Glück ist ihm nicht auch noch was passiert“, sagt BRK Berchtesgaden-Sprecher Markus Leitner zur tz.

Während der Familienvater im unwegsamen Gelände nach seiner Tochter sucht, alarmiert die Mutter die Bergwacht. Sofort fliegen die Hubschrauber los. Als der Notarzt das Kind erreicht, kommt jede Hilfe zu spät.

Am Berg ahnt die Familie das Furchtbare. „Die Eltern sowie die zwei Söhne und die Tochter waren völlig unter Schock. Sie waren nur sehr schwer zu beruhigen“, sagt Leitner. Weil die Angehörigen so traumatisiert sind, werden sie vom Berg geflogen und im Tal von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Wie konnte es nur zu dem Unglück kommen? „Der Steig ist ein steiler Wanderweg. Er erfordert Trittsicherheit. Man muss sehr, sehr aufpassen. Wer hier einen falschen Schritt macht, stürzt schnell ab“, sagt Leitner.

aw

Tödlicher Bergunfall an der Reiter Alpe

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