Anklage wegen Schwangerschaftsabbruchs

Mädchen treibt Baby mit Medikamenten ab

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Freyung - 2012 wurde bei Grafenau die verweste Leiche eines Frühchens gefunden. Nun steht eine 18-Jährige vor Gericht - wegen Schwangerschaftsabbruchs.

Die teils verweste Leiche eines Frühchens lag vergraben hinter einer Partyhütte in einem Waldstück bei Grafenau – das war im April 2012. Ein Tötungsdelikt? Am Donnerstag wurde in diesem Fall Anklage am Amtsgericht Freyung gegen eine heute 18-jährige junge Frau erhoben – wegen Schwangerschaftsabbruchs. Sie soll im Alter von 17 Jahren soviel „geburtseinleitende Mittel“ genommen haben, dass es zwischen der 27. und 30. Woche zu einer Frühgeburt kam.

Nach Ermittlungen der Kripo und Staatsanwaltschaft Passau kam der Säugling in der Nacht auf den 1. April 2012 zur Welt, er starb aber nur wenige Minute später. Unklar sei, ob das Kind auch lebensfähig gewesen wäre. Nach Identifizierung der Kindsmutter sprach diese damals allerdings von einer Totgeburt.

Das Areal, wo die Leiche gefunden worden war, gehört der Familie der Jugendlichen. Freundinnen hatten eine Schwangerschaft der 17-Jährigen geahnt, sie habe dies aber abgestritten. Und Angehörige schienen nichts von einer bevorstehenden Geburt gewusst zu haben. Erst ein Ex-Freund, dem sich die Jugendliche anvertraut hatte, machte schließlich die Polizei auf das Kind aufmerksam. Zunächst wusste man nicht einmal, wie lange der Säugling schon hinter der Hütte verscharrt war. Einzig eine aufgestellte Solarleuchte gab überhaupt einen Hinweis auf das Grab.

Neben der Mutter muss sich auch ihr 19-jähriger Freund vor dem Jugendgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, das Medikament besorgt und der Schwangeren übergeben zu haben. Hier geht es um Beihilfe zum Schwangerschaftsabbruch. Das Strafmaß orientiert sich am bekannten Paragrafen 218 des Strafgesetzbuches, dieser sieht auch eine Freiheitsstrafe vor.

tz

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