Fahrlässige Körperverletzung

Mangelnde Pflege einer Seniorin: Gastwirt verurteilt

Würzburg - Weil er eine reiche Seniorin nicht genug gepflegt hat, ist ein Gastwirt zu 5400 Euro Geldstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden.

Der Tod der Seniorin sei dem 50-Jährigen aber nicht zur Last zu legen, entschied das Würzburger Landgericht am Donnerstag - es verurteilte ihn wegen fahrlässiger Körperverletzung. Die 96-Jährige war im August 2011 an einer Lungenentzündung gestorben. Der Angeklagte hatte sich nach Zeugenaussagen jahrelang rührend um die Frau gekümmert, die ihn als Alleinerben einsetzte.

Als sie bettlägerig wurde, sei er aber überfordert gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Burkhard Pöpperl. Am Körper der Frau waren nach ihrem Tod Druckgeschwüre gefunden worden. „Die Wunde hätte versorgt werden können“, betonte Pöpperl.

Wegen des Vermögens der Seniorin hatten die Alarmglocken der Ermittler geläutet, die den Gastwirt der Erbschleicherei verdächtigten. Zwischenzeitlich stand sogar ein Mordvorwurf im Raum; der Landgerichtsprozess begann mit einer Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Der Mann selbst hatte unter Tränen beteuert, wie wichtig die Frau für ihn gewesen sei. „Ich habe alles versucht, um diese Frau am Leben zu halten.“

Auch der Staatsanwalt hatte dem 50-Jährigen den Tod zum Schluss nicht mehr vorgeworfen und 15 000 Euro Geldstrafe gefordert, die Verteidigung einen Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Mann muss die Kosten des Verfahrens tragen. 

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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