Unglaubliche Geschichte

Mann fragt Passanten nach dem Weg: Terroralarm

Memmingen - Er hatte nur Passanten aus dem Auto heraus nach dem Weg gefragt, wenig später musste Johannes Leichtle mit erhobenen Händen aus dem Auto steigen. Die ganze unglaubliche Geschichte.

Johannes Leichtle geriet wegen einer einfachen Frage unter Verdacht.

So schnell steht man unter Terrorverdacht: Johannes Leichtle aus Leonberg bei Stuttgart erkundigte sich in Memmingen bei einer Fußgängerin nach dem Weg zum Rathaus und fragte, ob der Marktplatz der größte Platz in der Stadt sei. Letzteres hätte er besser nicht gefragt. Denn wenig später wurde er gestoppt. Der 40-Jährige musste mit erhobenen Händen aus seinem Auto steigen, und es dauerte eine Weile, bis er die Polizisten von seiner Harmlosigkeit überzeugen konnte. Er sei auf dem Heimweg von einem geschäftlichen Termin in Kempten gewesen, erzählt der Chef einer Veranstaltungsagentur. Da wollte er sich kurz umschauen, „ob nicht in Memmingen was geht“, so der umtriebige Schwabe. Mit der Hypersensibilität der Frau konnte er jedoch nicht rechnen. Denn die rief, kaum dass Leichtle im Rathaus verschwunden war, die Polizei. Sie hielt ihn für einen Terroristen. Denn wer wissen will, ob der Rathausplatz der größte Platz der Stadt ist, kann wohl nichts Gutes im Schilde führen. Die Polizei reagierte, wie das für einen Fall wie diesen vorgesehen ist: Ein Streifenwagen stoppte den Verdächtigen, drei weitere Zivilfahrzeuge unterstützten die Kollegen. Johannes Leichtle hat bedingt Verständnis für die Ordnungshüter: „Die haben letztlich nur ihre Arbeit gemacht.“ Ein Blick in den Kofferraum seines Autos konnte sie schließlich überzeugen: Da lag neben einem Stromkabel und Wildschweinfilet in der Kühltüte nur der Raclette­grill seiner Mutter.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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