Ungewöhnliche Hilfe

Ein Mann stürzte - und zwei Buben ließen nicht locker

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Klaus Heck bedankt sich bei Nico (links) und Ben für die Hilfe.

Penzberg - Was für eine tolle Geschichte. Zwei Buben aus Penzberg sehen, wie ein Senior mit dem Rad stürzt. Auf ungewöhnliche Art und Weise leisteten sie ihm Hilfe.

Es hört sich wie eine schöne Weihnachtsgeschichte an, was dem 71-jährigen Penzberger Dr. Klaus Heck vergangene Woche passiert ist. Zwar ist aktuell noch Sommer: „Aber ich will mit meiner Geschichte mal wieder etwas Positives über Kinder und Jugendliche in die Zeitung bringen“, sagt er.

Begonnen hatte alles am Donnerstag vergangene Woche. „Von meinem Haus an der Freiheit machte ich mich auf zu einem Radausflug mit meinem zweijährigen Hund Arco“, erzählt Klaus Heck. Wegen des Straßenverkehrs hatte er seinen Begleiter angeleint und der Hund lief rechts neben ihm. Auf Höhe des ehemaligen FC-Platzes wurde Arco auf einen anderen Hund aufmerksam, machte einen Satz nach vorne, sein Besitzer stürzte mit dem Fahrrad zu Boden. „Dabei verletzte ich mich an meinem rechten Arm und schlug mir den Ellenbogen auf. Es war eine größere Wunde, die stark blutete“, sagt Klaus Heck, der früher erster Vorsitzender beim Tennisclub Penzberg war.

Als er sich mit einem Papiertaschentuch das Blut abwischte, kamen zwei Buben auf ihn zu und fragten den 71-Jährigen, ob sie ihm helfen können. „Ich lehnte dankend ab und fuhr weiter über Edenhof nach Johannisrain“, erzählt der Penzberger. Was er aber nicht wusste, die beiden Buben, Nico (12) und Ben (10), radelten dem Mann hinterher. Wieso sie das taten, erzählt Nico: „Es hätte ja sein können, dass dem alten Mann etwas passiert und ihm plötzlich schwarz vor Augen wird.“

Fast drei Kilometer radelten die Kinder dem Penzberger über Edenhof bis zu einer Parkbank in Johannisrain hinterher. Dort traf Klaus Heck zwei Bekannte und unterhielt sich mit ihnen. „Gut 15 Minuten später tauchten die beiden Buben mit ihren Rädern und zwei großen Wundpflastern auf. Da die Wunde immer wieder blutete, klebte meine Bekannte eines der Pflaster drauf“, berichtet Heck. Nico und Ben hatten unterwegs Leute gefragt, die ihnen entgegengekommen waren, ob sie Pflaster haben. „Aber wir hatten erst bei einem Haus in Edenhof Erfolg“, erzählt der 12-Jährige. Klaus Heck dankte den Kindern, notierte ihre Adresse und lud sie auf ein Eis ein.

Für Nico und Ben war all das keine große Sache: „Für uns war es selbstverständlich zu helfen“, sagt Nico.

Jonas Regauer

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