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Zorn über Söders Corona-Politik: CSU-Ortschef tritt aus Partei aus - „Bin kein Impfgegner“

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Von: Klaus-Maria Mehr

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Seine Corona-Politik gefällt nicht allen in der Partei: CSU-Chef Markus Söder.
Seine Corona-Politik gefällt nicht allen in der Partei: CSU-Chef Markus Söder. © Tobias Hase/dpa

Irgendwann konnte er die Corona-Politik von Markus Söder selbst nicht mehr erklären, meint Jürgen Fraas. Nun tritt der CSU-Ortschef von Wunsiedel aus der Partei aus.

Wunsiedel - Der Schuss sollte in München deutlich zu hören gewesen sein. Das Medienecho jedenfalls ist gewaltig. Aber genau das war Jürgen Fraas‘ Ziel: Aus Enttäuschung über die Corona-Politik der bayerischen Landesregierung kehrt der bisherige CSU-Ortsvorsitzende im oberfränkischen Wunsiedel seiner Partei den Rücken.

CSU-Chef in Wunsiedel tritt aus Partei aus - Wegen Markus Söders Corona-Politik

Er könne nicht länger das Handeln von Landesleitung und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vertreten, teilte Kommunalpolitiker mit. Deshalb trete er mit sofortiger Wirkung aus der Partei und der CSU-Stadtratsfraktion aus, bleibe aber im Stadtrat aktiv.

„Diese Kündigung ist kein Schnellschritt, sondern gereifte Überlegung“, betonte Fraas. „Sie hat auch nichts mit der Kommunalpolitik oder Personen vor Ort zu tun.“ Medien hatten zuvor über den Schritt berichtet.

Söder Grund für Parteiaustritt: Ex-CSU-Mitglied Fraas - „Bin kein Impfgegner, Radikaler“

„Ich betone ausdrücklich, kein Impfgegner, Radikaler oder Andersgeleiteter zu sein, sondern sehe mich als absoluten Demokraten“, begründete Fraas. Doch die Politik in den beiden vergangenen Jahren mit nicht nachvollziehbaren und wechselhaften Einschränkungen im Einzelhandel und Kleingewerbe sowie die Sprunghaftigkeit von Anordnungen ließen keine Weitsicht erkennen.

Dem regionalen Fernsehsender TV Oberfranken erklärt Fraas: „Es ist nicht richtig, wenn ein Beamter in Quarantäne geht und ein Mensch im öffentlichen Dienst bekommt kein Geld und der Beamte bekommt volle Besoldung.“ Aber genau die Fragen nach derartigen Missständen begegneten Fraas nach eigenen Angaben im Privaten immer wieder. „Und wenn ich zu einem gewissen Zeitpunkt keine glaubwürdige Antwort geben kann, weil ich selber schon die Frage in mir habe, da ist der Punkt gekommen.“ Der Punkt, an dem er sich immer öfter selbst gefragt habe: „Was kann ich tun, damit die Antworten vielleicht wieder positiv ausfalle?“ Für Fraas war der Parteiaustritt der einzig verbliebene Schritt, um ein Zeichen zu setzen, das auch in München gesehen wird.

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