Er will 160.000 Euro zurück

Mediziner zieht vor Gericht: So hat mich meine Ex ausgenommen

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Wo ist mein Geld geblieben? Hans K. kontrolliert nun seine Kontoauszüge ganz genau.

Markt Indersdorf - Arzt Hans K. zieht vor Gericht: Seine Ex soll ihn ausgenommen haben. Es geht um 209.000 Euro in bar und um 55.000 Euro für Kleider.

Seine Kontoauszüge schaut sich Hans K. nun ganz genau an. Er hat das lange nicht gemacht – und teuer dafür bezahlt. Seine ehemalige Lebensgefährtin habe vom gemeinsamen Konto gut eine Viertelmillion Euro abgehoben, sagt der 62-Jährige. Und von dieser Summe will der Arzt aus Markt Indersdorf (Kreis Dachau) 160.000 Euro von der 48-Jährigen zurückhaben. Heute ist in dieser Sache wieder ein Verhandlungstag vor dem Landgericht München angesetzt.

Mit Barabhebungen („5000 bis 6000 Euro pro Monat“) und Überweisungen aufs eigene Konto habe die Frau zwischen 2007 und Frühjahr 2012 insgesamt 209 000 Euro vom gemeinsamen Konto geholt, sagt der Arzt. Dazu habe sie in den gut fünf Jahren, die er mit ihr zusammen war, für etwa 55 000 Euro in Münchner Geschäften Bekleidung eingekauft.

„Ich habe das nicht bemerkt“, sagt Hans K. zur tz. Er habe eine Arztpraxis und arbeite zudem als Notarzt. „Da habe ich kein regelmäßiges Einkommen“, so der Mediziner. „Mein Konto macht ständig eine Achterbahnfahrt.“ Seine Ex-Lebensgefährtin habe sich um die Steuern gekümmert und die Buchführung gemacht.

Als sein Konto im Frühjahr 2012 mit über 70 000 Euro im Minus war, zog der Arzt die Reißleine. Er beendete die Beziehung und reichte Klage ein. Zudem stellte er Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft warte jedoch den Ausgang des Zivilverfahrens ab, so Hans K. In den bisherigen Verhandlungen habe der Richter durchblicken lassen, dass er wenig Chancen habe, erzählt der Arzt. „Ich hätte die Abhebungen zu spät kontrolliert.“

K. fordert von seiner Ex-Lebensgefährtin nicht die gesamte Summe zurück. „Ein gewisser Lebensstandard steht ihr ja zu.“ Aber er will das durchziehen, notfalls bis zum Bundesgerichtshof. „Ich will geklärt haben, wie weit ein Bevollmächtigter den Vollmachtgeber schädigen darf.“

Die Gegenseite sieht sich im Recht. „Herr K. hat seiner Lebensgefährtin in keiner Form irgendein Limit gesetzt“, sagt Anwalt Jonathan Gavish, der die 48-Jährige vertritt. Von dem Geld sei gelebt worden, zudem wurde die Wohnung eingerichtet. Nun könne er nicht im Nachhinein kommen und rückwirkend eine Grenze fürs Geldausgeben setzen.

Volker Pfau

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