Hat Melanie am Gipfel übernachtet?

Melanie S.

München/Kreuth - Die 15-jährige Schülerin Melanie S. ist am Schildenstein wahrscheinlich über die steile Felswand zwölf Meter in die Tiefe gestürzt. Polizeibeamte haben den Unfallort am Samstag untersucht.

Schritt für Schritt kommen Polizeibeamte den Umständen des mysteriösen Bergunfalls der 15-jährigen Schülerin Melanie S. am Schildenstein bei Kreuth (Landkreis Miesbach) auf die Spur. Die Münchnerin, die nach wie vor im künstlichen Koma liegt, muss schon in der Nacht zum 28. Juli oder am frühen Morgen abgestürzt sein.

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Melanie S. liegt weiter im Koma

Zu dieser Erkenntnis kamen Beamte der Polizeiinspektion Bad Wiessee am Samstag bei einer Ortsbesichtigung. Sie entdeckten, dass sich am vergangenen Mittwoch (28. Juli) bereits um 8 Uhr morgens ein Wanderer aus Piesenkam (Kreis Miesbach) ins Gipfelbuch eingetragen hatte. „Dieser Mann teilte auf Nachfrage mit, dass er direkt neben dem Gipfelkreuz den abgelegten Rucksack des Mädchens gesehen hat", berichtet Polizeihauptkommissar Wolfgang Strobl. Der Wanderer habe mehrmals gerufen und gepfiffen. Dann habe er auch die nähere Umgebung des Gipfels und später beim Abstieg den Randbereich des Steigs ohne Erfolg abgesucht.

Für die Polizei steht damit fest, dass Melanie S. schon sehr früh am Morgen auf dem Gipfel war oder dort sogar übernachtet hat. Wie der Ermittler weiter berichtet, besteht im Süden des Gipfels erhöhte Absturzgefahr über eine steile, steindurchsetzte Wiesenflanke und eine acht bis zwölf Meter tiefe Felswand. Da die 15-jährige, die am Dienstag vermisst gemeldet worden war, am vergangenen Mittwoch gegen 12 Uhr von Wanderern direkt am Rand des Wegs zum Gipfel entdeckt worden war, muss sich das Mädchen mit seinen schweren Verletzungen von der Absturzstelle durch steiles Gelände bis zum Weg geschleppt haben, vermutet der Alpinbeamte der Polizeiinspektion Bad Wiessee. Wie genau es zu dem Unfall gekommen ist, liegt allerdings noch immer im Dunkeln. Die Beamten konnten vor Ort weder Blutspuren noch abgebrochene Äste oder Stoffreste finden. Daher richtet sich alle Hoffnung nun darauf, dass Melanie bald aus dem Koma erwacht und den Unfall schildern kann.

Das Mädchen hatte sich bei dem Sturz - wie berichtet - ein Schädel-Hirn-Trauma, einen Fersenbruch, einen offenen Nasenbeinbruch, eine Brustkorbprellung, einen gebrochenen Brustwirbel und zahlreiche Quetschungen zugezogen.

Claudia Möllers

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