Frau (39) stirbt nach Patientenparty

Gruselmord in Klinik - 19-Jähriger vor Gericht

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In dieser Klinik in Bad Grönenbach geschah der Gruselmord im März 2012.

München - Der Täter verfolgte Michaela H. nach einer Patientenparty in einer Klinik in Bad Gröbenzell. Er drängt sie zum Sex - als sie sich verweigert, ersticht er sie. Nun wird ihm der Prozess gemacht.

Gemeinsam feiern sie eine Abschiedsparty im Au­fenthaltsraum des Klinikums Bad Grönenbach. Die Patienten trinken Sekt, lachen. Am nächsten Morgen ist eine Frau tot. Ermordet. Und vom Mörder fehlt jede Spur. Erst Tage später wird der Täter, ein 18-jähriger Mitpatient, gefasst. Jetzt, ein Jahr nach dem Gruselmord, beginnt der Prozess in Memmingen.

Fast wie ein Agatha-Christie-Krimi liest sich der Fall, der im März 2012 den beschaulichen Ort Bad Grönenbach erschüttert hat. Michaela H. (39) aus Karlsfeld ist in der Klinik im Allgäu, weil sie Tinnitus hat. Hier hofft sieauf Hilfe. Nach ein paar Wochen hat sie sich eingelebt und feiert am Abend vor der Tat mit ihren Mitpatienten. Irgendwann verlässt die gelernte Kinderpflegerin die Party. Am nächsten Morgen wird sie tot aufgefunden. Sie wurde erstochen.

Er feierte mit ihr, tötete - und fuhr nach Hause

Eine Woche lang sucht die Polizei nach dem Mörder. Die Angst geht um in Bad Grönenbach. Bis die Beamten auf einen jungen Mann stoßen. Ein Patient, der zur selben Zeit mit Michaela H. in der Klinik war. Der am selben Abend mit ihr gefeiert hat. Und: Der am Tattag abreiste, nach Hause.

Laut Anklage leidet der Schüler an Schwerhörigkeit und war für eine Reha etwa vier Wochen lang in der Klinik. Der damals 18-Jährige soll seinem Opfer gefolgt sein und es zum Sex gedrängt haben. Da sich die Frau wehrte und um Hilfe schrie, soll er sie gewürgt und später mit mehreren Scherenstichen in Brust, Herz und Hals getötet haben. Anschließend soll der Angeklagte am regungslosen Körper seines Opfers sexuelle Handlungen vorgenommen haben.

DNA-Spuren überführen den Täter

Da sein Klinikaufenthalt an dem selben Tag beendet war, reiste der Schüler am gleichen Tag unverfroren nach Hause ab. Eine Woche später wurde er zu Hause festgenommen – Zeugenaussagen und DNA-Spuren hatten ihn überführt.

Der heute 19-Jährige hat die Tat gestanden. Der Prozess in Memmingen beginnt am Donnerstag, es sind sieben Verhandlungstage angesetzt.

aw

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