Polizeiinspektion Rosenheim

Menschen, Waffen, Haschisch: Was Schleierfahnder entdecken

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Von dern Schleierfahndern entdeckt: 18 Erwachsene waren in den kleinen Laderaum eines Mercedes Vito gezwängt.

Rosenheim - Die Schleierfahnder auf Bayerns Straßen finden jede Menge illegale Waren in Fahrzeugen. Im vergangenen Jahr konnten so einige Schmuggler gefasst werden. Doch auch die Flüchtlingsströme fallen in ihr Aufgabengebiet.

Es gab einiges zu tun auf den Straßen im vergangenen Jahr. Neben ihren üblichen Tätigkeiten wurden die Schleierfahnder in Bayern mit humanitärer Hilfe und der sicherheitspolizeilichen Behandlung von Migranten konfrontiert. „Die Kolleginnen und Kollegen gingen dabei an die Grenze ihrer Belastbarkeit, verloren aber nicht ihre Motivation“, stellt Polizeioberrat Herbert Baumann als Dienststellenleiter der PI Fahndung Rosenheim in einer Pressemitteilung heraus.

Waffen für die Anschläge in Paris?

Die Schleierfahnder haben zur Aufgabe, grenzüberschreitende Kriminalität zu verhindern. Im vergangenen Jahr gingen den Beamten dabei einige große Fische ins Netz. Der spektakulärste Fall ereignete sich wohl im November am Autobahnparkplatz "Im Moos" in der Nähe der Ausfahrt Bad Aibling. Die Fahnder hielten einen VW Golf mit einer Zulassung aus Montenegro auf.

Waffenarsenal im Motorraum.

Sie staunten, als sie das Auto durchsuchten: In allen möglichen Verkleidungsteilen des Autos fanden die Fahnder Waffen- insgesamt acht Kalaschnikow-Gewehre samt Munition, drei Pistolen und Revolver, zwei Handgranaten und 200 Gramm Sprengstoff (TNT) mit funktionsfähigem Zünder. Der 51-jährige Fahrer wurde festgenommen, er gab an, auf dem Weg nach Paris gewesen zu sein. Nur wenige Tage später geschahen in der französischen Hautpstadt die Terroranschläge. Ob der Mann teil der Terrorgruppe war, ist bislang ungeklärt. "Vielleicht konnten wir durch die Anhaltung dieses Waffentransportes Menschenleben retten“, sagt Baumann.

In einem anderen Fall griffen die Schleierfahnder einen 27-jährigen Mann aus Lybien auf, der daraufhin für zwei Jahre hinter Gitter kam. Er hatte gefälschte italienische Personalpapiere bei sich und 1790 Euro Falschgeld in den Hosentaschen. Ebenfalls falsche Papiere hatte auch ein Spanier, der in Kreuth (Landkreis Miesbach) aufgegriffen wurde. Sei Auto hatte Rosenheimer Kennzeichen, doch die waren erschwindelt.

46 Kilo Haschisch im Fahrzeugboden

An der Granze stoppten die Schleierfahnder einen jungen Mann aus Lettland mit 46 Kilogramm Haschisch.

Auch in Sachen Drogen waren die Fahnder erfolgreich. Bei einem jungen Mann aus Lettland wurden über 20 Kilo Ecstasy gefunden. Auch er hatte falsche Papiere. Ein 25-Jähriger aus Moldawien hatte sogar um einiges mehr dabei. Er versteckte im Boden seines Wagens rund 46 Kilo Haschisch. Für dieses Versteckspiel sitzt er nun sieben Jahre und sechs Monate in Haft.

Auch Menschenschmuggler wurden gefasst

Doch nicht nur Waffen und Drogen wurden über die Grenzen geschleust - auch Menschen. Immer wieder kamen die Steuerfahnder Schleusern auf die Schliche, die in einem Fall 18 Erwachsene in den kleinen Laderaum eines Mercedes Vito gezwängt hatten - ohne ausreichenden Luftaustausch, ohne Wasser und ohne Pause von Budapest bis Rosenheim. „Ein geschleuster Syrer bezeichnete das als die schlimmsten Stunden seines Lebens", erzählt Baumann. Auch griffen die Fahnder immer wieder Flüchtlinge auf der Autobahn auf und leisteten humanitäre Hilfe.

Diebesgut einer Einbrecherbande.

Auch in diesem Jahr gab es bereits Erfolge auf den bayerischen Straßenzu verbuchen. So konnten ein Serienwohnungseinbrecher samt Diebesgut angehalten, ein Drogenschmuggler mit 5,8 Kilo Kokain festgenommen und eine riesige Menge (10.000 Tabletten) an Anabolika sichergestellt werden. Baumann: „Erfolge dieser Qualität lassen sich aber nur mit starker Präsenz auf der Straße erzielen.“

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