Kripo sucht immer noch den Täter

Messermord vor 21 Jahren: Belohnung verdoppelt

München - Vor 21 Jahren wurde Karl Perlinger in seinem Schuhladen kaltblütig ermordet. Noch immer sucht die Polizei nach dem Täter. Nun wurde die Belohnung verdoppelt - in der Hoffnung auf neue Hinweise.

Karl Perlinger.

Whitney Houston sang sich mit I will always love you auf Platz eins, in der damaligen Tschechoslowakei gab es am 8. Februar 1993 eine Trennung der Währung in slowakische und tschechische Kronen. Nichtweit weg von der Grenze, in Furth im Wald, hat Schuhladenbesitzer Karl Perlinger (41) sein Geschäft in der Bahnhofsstraße um 9.30 Uhr schon eine halbe Stunde offen, als sich sein Mörder nähert. Der Killer, der wohl als vermeintlich normaler Kunde den Laden betreten hatte, schneidet dem Familienvater die Kehle durch. Perlinger taumelt, es treffen ihn nun Messerstiche. Ein letzter geht in den Bauch. Während er stirbt, flüchtet der Killer ohne Beute. Was in der Kasse liegt, interessiert ihn nicht.
Bis heute gibt es in dem Fall keinen Verdächtigen, nur Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang mit Tschechien. Die Grenze liegt schließlich nicht weit entfernt. Und ein bislang nicht bekannter Autofahrer fragte ein paar Tage nach dem Mord einen Zöllner am Übergang in Eschlkam: „Gibt’s Hinweise?“ Man solle doch im von Furth nur 19 Kilometer entfernten Domažlice nachforschen – im dortigen Krankenhaus.
Es gibt zudem Gerüchte von Besuchen Perlingers in Tschechien, wo sein schicker Mercedes 450 SLC angeblich aufgefallen war. Doch alle Spuren führen die Ermittler ins Leere, auch eine Ausstrahlung des Falles im Dezember 2010 in Aktenzeichen XY … ungelöst. Doch aufgeben wollen sie nicht. Freitag wurde die Belohnung für die Klärung des Falles auf 10.000 Euro verdoppelt. Wobei die Kripo vor allem darauf hofft, dass sich ein anonymer Hinweisgeber wieder meldet: Der hatte zwei Jahre nach dem Mord einen Brief an die Grenzpolizeiinspektion in Furth im Wald geschrieben, sich darin erst mal entschuldigt, dass er nicht zur Polizei gegangen sei. Im Brief selbst schilderte er familiäre Verhältnisse von Karl Perlinger. Ein Polizeisprecher: „Der Verfasser ist für die Ermittlungen von großer Bedeutung.“ Ebenso bittet die Kripo, dass sich jener Mann meldet, der am 15. Februar 1993 mit dem Zöllner sprach und den Hinweis auf Domažlice gab. Hinweise an die Kripo Regensburg unter Telefon 09 41/5 06 28 88.

mc

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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