1700 Donauschwimmer springen ins eiskalte Wasser

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Paddeln und Kraulen, bis einem warm wird - das ist das Motto der Donauschwimmer.

Neuburg-Schrobenhausen - Knapp 1700 Teilnehmer wagten sich beim 41. Neuburger Donauschwimmen trotz klirrender Kälte und eisigem Wind in die Fluten.

Geschützt durch einen Neoprenanzug treiben sie rund vier Kilometer flussabwärts durch die Neuburger Altstadt ­ bunte Fähnchen schwingend oder Boote mit Faschingsmotiven neben sich herziehend. Etwa 3000 Zuschauer - so schätzt die Polizei - feuern sie dabei an. Laut Organisatoren sind 233 Ortsgruppen von Wasserwacht und Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Feuerwehr oder Bundeswehr mit 1658 Teilnehmern an den Start gegangen, 415 von ihnen Frauen. Selbst aus Frankreich, Slowenien und Österreich reisten abgehärtete Schwimmer zu der traditionellen Faschingsveranstaltung.

In schwarzen Neoprenanzügen stehen die Wagemutigen am Donauufer vor der Staustufe Bittenbrunn. “Es ist schon irgendwie abgedreht, dass man bei dem Wetter ins kalte Wasser hüpft“, gesteht Ulrich Baumgartner (53) aus Langweid. Auf dem Kopf trägt er eine Narrenmütze mit gelben und grünen Zipfeln, an denen kleine Glocken bimmeln. Um den Hals einen wasserdichten Fotoapparat. Er ist seit über 20 Jahren jedes Jahr in Neuburg. Baumgartner sagt, man müsse als Mitglied der Wasserwacht schließlich gut trainiert sein. Ursprünglich sollten sich Rettungstaucher im Winter für den Ernstfall durch das Schwimmen in der Donau fit halten.

Alois Paulus (71) ist heute noch aktiver Taucher und war nach eigenen Angaben vor gut 40 Jahren Chef der Taucher in Neuburg. Er gilt als Schöpfer des Traditionsschwimmens. “Falls wir jemanden im Winter hätten bergen müssen, dann wären wir damals nicht vorbereitet gewesen“, sagt Paulus heute. Also schlug er bei einer Vorstandssitzung der Wasserwacht Neuburg Ende 1969 seinen Kollegen vor: “Wir schwimmen einfach die Donau runter.“

Lucia Holland (23) ist eine von 15 Eisschwimmern, die am Samstag rund 350 Meter durch den zwei Grad kalten Fluss geschwommen sind. Nur mit einem Bikini bekleidet, hat sie knapp fünf Minuten dazu gebraucht. Jetzt steht sie zitternd mit einer heißen Suppe in der Hand am Ufer. “Zwischendurch dachte ich, ich schaffe es nicht. Ich habe gemerkt, wie sich in mir alles immer mehr zuschnürt. Aber es ging.“ Ihr Freund ­Stephan Burmeister (28) habe sie gefragt, ob sie nicht mitschwimmen wolle. Er ist schon zum fünften Mal beim Donauschwimmen dabei. Burmeister sagt: “Es kostet schon ein wenig Überwindung, aber man soll ja nicht altern.“ Dafür sei so ein Schwimmen die beste Methode.

dpa

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