Sie kennen keine Scham

Dreiste Metalldiebe! Jetzt räumen sie Friedhöfe leer

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Friedhöfe sind für Diebe nun auch kein Tabu mehr

Landsberg - Die Metalldiebe werden immer dreister und kennen keine Scham. Jetzt räumen sie sogar Friedhöfe leer. Die Beute gewinnt an Wert. Die Polizei bittet Bürger um Mithilfe.

Sie kommen nachts und kennen keine Scham: Schrottdiebe. Egal, ob Reifenfelgen aus Garagen, Kupferkabel von Baustellen oder Messing-Reste im Keller – die Langfinger lassen schon seit Monaten alles mitgehen, was nicht niet- und nagelfest ist. Kein Wunder. Durch die Finanzkrise sind die Metallpreise nochmals nach oben geschossen. Und so werden nun auch die Diebe immer dreister: In Landsberg, Buchloe und Kaufering werden mittlerweile Kupferschalen, Bronzefiguren oder Vasen direkt von den Friedhöfen geklaut!

Seit Weihnachten wurden gut ein Dutzend Diebstähle unterschiedlichster Metallgegenstände gemeldet. Sogar eine schwere Bronzefigur – neben zig Schalen und Vasen – hatten die Diebe weggeschleppt. Der Gesamtschaden laut Buchloer Polizei: rund 4000 Euro. Dazu kommt, dass weitere Diebstähle wahrscheinlich noch nicht einmal entdeckt worden sind.

Nun kontrollieren die Beamten zwar nachts die Friedhöfe bereits verstärkt, da die Langfinger aber immer wieder Pausen einlegen, ist die Wahrscheinlichkeit, sie zu schnappen, eher gering: „Wir hoffen darauf, dass ein Bürger eine verdächtige Person bemerkt und uns dies mitteilt“, so Polizeichef Bernhard Weinberger gegenüber der "Augsburger Allgemeinen". „Vor allem Personen, die nachts am Friedhof umherschleichen, sollten gemeldet werden.“

Das Diebesgut geht übrigens meistens ins Ausland. Beispielsweise in Tschechien bringt eine Kupferschale auf dem Metall-Schwarzmarkt über 300 Euro. Wie gierig die Kriminellen sind, zeigt ein Fall vor wenigen Tagen an der bayerischen Grenze zu Tschechien. Hier stoppte der Zoll einen Wagen, der bis oben hin mit gestohlenem Schrott gefüllt war. Die Menge war so groß, dass der kleine Transporter zusammenzubrechen drohte. In der Nähe von Pleiskirchen (bei Altötting) fuhren Schrottdiebe vor einigen Tagen bei einem Anwesen gleich mit einem Lastwagen vor. Sie stiegen aus, luden schnell allerhand Eisenwaren auf und türmten wieder.

„Die Fälle nehmen ganz klar zu“, so die Polizei zur tz. Bleibt nur eins: Alles (wenn möglich) wegsperren.

age

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