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Michael Käfer darf seinen neuen Biergarten in Kaltenbrunn bauen

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Von: Gerti Reichl

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Mit der Genehmigung des geplanten Biergartens durch das Landratsamt fühlte sich die Gemeinde Gmund übergangen. Jetzt kam es zur Aussprache in Kaltenbrunn - und einer schnellen Entscheidung.

Update, Donnerstag, 17.23 Uhr

Gmund – Michael Käfer kann den Ausschank für seinen Biergarten in Kaltenbrunn errichten. Nach einem Ortstermin (siehe unten) gab der Gmunder Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung grünes Licht. Ihre Klage gegen das Vorgehen des Landratsamtes könne die Gemeinde zurückziehen, ließ die Kommune gestern in einer Pressemitteilung verlauten. Die endgültige Entscheidung treffe der Ortsplanungsausschuss bei seiner Sitzung am Dienstag, 8. Mai. Für Käfer ist damit die Kuh vom Eis. Dass es eilt, hatte der Unternehmer beim Ortstermin deutlich gemacht. Schließlich ist jetzt schon Biergarten-Wetter. 

Für den Bau muss der Unternehmer aber mit sechs bis acht Wochen rechnen. Entzündet hatte sich der Streit um das 15 Meter lange und 3,50 Meter breite Gebäude, weil das Landratsamt ohne Rücksprache mit der Gemeinde einen Standort genehmigt hat, der nicht dem Wunsch der Kommune entsprach. Inzwischen sind die Wogen geglättet. Das Landratsamt habe die unzureichende Einbindung der Gemeinde in diesem Fall erkannt, heißt es in der Mitteilung. Künftig werde die Gemeinde besser informiert.

Ursprünglicher Artikel, Mittwoch, 18. Apirl

Gmund – Schon im vergangenen Jahr wollte Michael Käfer seinen Gästen in Kaltenbrunn einen neuen Biergarten bieten. Jetzt steht der nächste Sommer bevor, und noch immer wird um das geplante Ausschank-Gebäude gerungen. Am frühen Dienstagabend, noch vor der Gemeinderatssitzung, trafen sich alle Beteiligten erneut vor Ort: Betreiber Michael Käfer und sein Geschäftsführer Maximilian Hartberger, Kreisbaumeister Werner Pawlovsky und Stefan Deingruber als Landkreis-Fachmann fürs Baurecht, Architekt Thomas Leibig, Bürgermeister Alfons Besel und die Mitglieder des Ortsplanungsausschusses.

Zwei unterschiedliche Felder waren abgesteckt, um die Positionen zu verdeutlichen: ein rot-weißes Feld für die aus Sicht der Gemeinde mögliche Lage, ein gelbes für die Variante des Landratsamts. „Unser Vorschlag ist der einzig Mögliche“, betonte Deingruber und beteuerte, dass das Landratsamt eigentlich ein „hervorragendes Verhältnis“ zur  Gemeinde habe. 

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Und dennoch hatte sich tatsächlich ein Rechtsstreit angebahnt um die Lage des 15,19 Meter langen, 3,50 Meter breiten und 3,05 Meter hohen Ausschank-Gebäudes. Die Kaltenbrunn GmbH hatte sich nämlich eine Baugenehmigung für die vom Landratsamt befürwortete Lage geholt und das direkt beim Landratsamt. Die Gemeinde wurde erst im Nachhinein darüber informiert und reichte Klage beim Landratsamt gegen dieses Vorgehen ein.

Jetzt, vor Ort, solle das Landratsamt die Gelegenheit bekommen, seine Sicht der Dinge darzustellen, formulierte der neue Rathauschef. Deingruber räumte „kommunikative Schwierigkeiten“ ein, „die Sachzwänge sind hingegen schwer verhandelbar.“ Will heißen: An der vom Landratsamt befürworteten Position ist nicht zu rütteln. Das Gebäude mit Flachdach müsse sechs Meter von der schützenswerten Kastanie abgerückt werden, dies fordere der Naturschutz. Die nahe am Parkplatz befindliche Position sei wegen des Brandschutzes nicht haltbar, daher sei nur die südlichere Lage denkbar.

Während die ganze Angelegenheit nach Ansicht von Christine Zierer (FWG) „einfach blöd gelaufen“, sei, sorgte sich Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) nach wie vor um den „schützenswerten Blick“ zum See. „Der muss bleiben, das war immer Forderung im Bebauungsplan. Wir wollen nicht, dass die Flächen hier bröckerlweise zugebaut werden.“

Pawlovsky verteidigte die Käfer-Pläne, die die Dominanz des Gutshofs auch erhalten würden. Er habe Verständnis für die wirtschaftlichen Interessen. Gemeinderätin Barbara von Miller (SPD) ging es ums Prinzip. Sie sei davon ausgegangen, dass die von der Gemeinde gewünschte Position machbar sei. „Jetzt fehlen mir einfach die Infos über die neuen Sachzwänge.“

Michael Käfer war anzumerken, dass ihm das Gezerre nun schon zu lange dauert. „Eigentlich könnte der Bau an diesem Platz mit dem schönsten Blick der Welt heute schon stehen“, meinte Käfer und bedankte sich dennoch höflich für den Ortstermin. Sein Geschäftsführer sagte es deutlicher: „Wir brauchen den Biergarten, denn er ist Teil unseres Konzeptes. Er muss heuer noch funktionieren.“

Das der Bau kommt, und zwar an der vom Landratsamt genehmigten Position, wurde im Laufe des Treffens deutlich. „Wenn die Gemeinde im nächsten Schritt Nein sagt, dann muss das Landratsamt erneut Ja sagen und die Gemeinde ersetzen“, machte Deingruber unmissverständlich klar. 

Bei seiner nächsten Sitzung am 8. Mai wird sich der Ortsplanungsausschuss wohl erneut mit dem Thema befassen. Für Käfer und Hartberger drängt die Zeit. Sechs bis acht Wochen brauchen sie für den Bau. Dann ist die Biergartensaison schon in vollem Gange. 

gr/jm

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