Berg-Drama in Tirol

Rottacher (29) stirbt in Lawine - Frau vermisst

Wien - Ein Skitourengeher aus Rottach-Egern ist in Tirol tot unter einer Lawine gefunden wurden. Seine 28-jährige Begleiterin konnte noch nicht geortet werden. Vorerst ist die Suche eingestellt.

Ein Hinweiszettel der Polizei Seefeld klemmt hinter dem Scheibenwischer eines VW Polo. „Bitte um dringende Verständigung“, ist darauf zu lesen. Und: „Vermisstenanzeige gestellt.“ Seit dem Wochenende läuft im Karwendelgebiet auf Tiroler Seite eine groß angelegte Suche nach einem Paar aus dem Kreis Miesbach.

Student Philipp H. (29) und Sophie G. (28) waren am Montag vom Parkplatz Gießenbach bei Scharnitz aufgebrochen, um eine anstrengende, fünftägige Karwendelquerung auf ihren Tourenskiern zu machen. Doch dann kam im Gebiet des Lafatscher Jochs eine Lawine herunter. Der junge Mann wurde von den Schneemassen mitgerissen und getötet. Seine Leiche wurde am Samstag entdeckt.

Die Suche nach Sophie dauert an, doch die Hoffnung schwindet. Am Montag wurde die Suche vorläufig eingestellt, wie die Tiroler Polizei mitteilte. Das Wetter lasse eine Suchaktion mit Hubschrauber nicht zu; die Situation verschlechtere sich zusehends, sagte ein Ermittler.

Erst wenn sich neue Anhaltspunkte ergeben, soll der Einsatz wieder anlaufen. Eine groß angelegte Suchaktion am Sonntag musste wegen akuter Lawinengefahr abgebrochen werden.

Die Tour hatte am Montag begonnen, am Freitag, so war es vereinbart, sollte sich das Paar melden. Doch der Anruf blieb aus. Besorgte Angehörige stellten noch am selben Abend Vermisstenanzeige. Zunächst wurde der silberfarbene VW der beiden mit Miesbacher Kennzeichen am Parkplatz Gießenbach, das zu Scharnitz gehört, entdeckt. Von dort geht es über eine Alm zum Solsteinhaus auf 1805 Meter Höhe hinauf. Andere Touren- oder Schneeschuhwanderer sahen hier die beiden wohl noch. Das Solsteinhaus selbst ist allerdings zu, nur der Winterraum bietet hier Schutz. Dies trifft auch auf die anderen Unterkünfte entlang der Tour zu.

Die groß angelegte Suche nach den zwei Bergsportlern begann dann am Samstag. Gegen Mittag wurde vom Helikopter aus eine Spur gefunden, die nichts Gutes verhieß. Polizeisprecher Stefan Eder: „Bei dem Suchflug wurde zwischen Lafatscher Joch und Hallerangerhaus ein Lawinenkegel entdeckt.“ Auf dem Lawinenkegel, der rund 50 Meter breit und 200 Meter lang ist, war ein Rucksack zu sehen. Der gehörte Philipp; Bergretter fanden schließlich im Lawinenkegel seine Leiche.

28 Bergretter, Hundeführer und Alpinpolizisten sowie der Hubschrauber des österreichischen Innenministeriums sind derzeit mit der Suche nach der jungen Frau befasst.

mc/dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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