Tourismus-Verantwortliche bleiben gelassen

Wer braucht schon Schnee? Alternativen zum Skifahren in Bayern

Fleckenpiste: Nur kleine Schneeflecken sind derzeit am „Gudiberg“ im Skistadion von Garmisch-Partenkirchen zu sehen. Am 1. Januar 2016 soll dort das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee stattfinden.

München - Der Dezember ist der neue Herbst. Weil der Schnee fehlt, müssen sich viele Ski-Urlauber über die Weihnachtsfeiertage andere Aktivitäten suchen. Die Verantwortlichen in den Wintersport-Regionen reagieren gelassen – obwohl der Winter wohl noch länger auf sich warten lässt.

Für begeisterte Ski-Fahrer ist der Winter bislang enttäuschend. Im Ski-Gebiet Garmisch-Classic beispielsweise sind derzeit nur drei von 19 Pisten und Abfahrten befahrbar. Es fehlt einfach der Schnee. „Wir alle warten, was an Weihnachten noch kommt“, sagt Verena Lothes, Sprecherin der Zugspitzbahn. Himmlische Weihnachtsgeschenke sind erwünscht.

Viele Touristen haben seit langem ihre Ski-Urlaube für die Weihnachtsferien gebucht. Doch vielerorts müssen sich die Wintersportler wegen des milden Wetters wohl andere Aktivitäten suchen. Unter 2000 Metern liegt quasi nur Kunstschnee. Vor allem in den deutschen Alpen herrscht in den meisten Skigebieten deshalb nur Teilbetrieb. Tagespässe werden dafür häufig zu ermäßigten Preisen angeboten – und die Tourismus-Experten der Region verweisen auf jede Menge andere Freizeitmöglichkeiten.

Etwa im Tegernseer Tal, wo im Ski-Gebiet Spitzingsee derzeit nur die Stümpflingabfahrt offen ist. „Wir sind zum Glück eine Ganzjahresdestination“, sagt Claudia Schuh von der Tegernseer Tal Tourismus GmbH. „Zu uns kommen zum Beispiel durchgehend viele Besucher aus München. Und den Klimawandel haben wir seit längerem im Blick.“ Deshalb setze man auf ein umfassendes Veranstaltungsangebot – auch abseits des Wintersports.

Alternativ-Angebot: Pendelschiffe verbinden Weihnachtsmärkte rund um den Tegernsee

Beim „Adventszauber“ verbinden Pendelschiffe die verschiedenen Weihnachtsmärkte rund um den Tegernsee – die lückenlose Glühweinversorgung ist damit gesichert. Auf der Kunsteisbahn in Tegernsee können die eingerosteten Schlittschuhfertigkeiten wieder aufgewärmt werden. Und in der Seesauna sowie den vielen Wellnessangeboten in der Region finden Besucher Ruhe statt Pistengaudi.

Dazu sind auch im Dezember noch jede Menge Wanderer im Tegernseer Tal unterwegs. „Die Hütten haben geöffnet“, sagt Peter Rie von Tegernseer Tal Tourismus. Wenn der Winter nicht kommen mag, wird der Dezember eben wie der Herbst genutzt. Doch trotz aller Möglichkeiten: „Für das Ambiente wäre der Schnee natürlich schon schön“, sagt Rie. Aber mehr als warten kann er auch nicht.

Auch Antonia Asenstorfer vom Liftbetreiber-Verbund Alpen Plus glaubt, dass viele Weihnachtstouristen in der Alpenregion vorerst auf Wanderstiefel statt Skischuhe zurückgreifen werden. „Am Wallberg hatten wir vor einer Woche Betrieb wie an einem guten Wanderwochenende im Herbst.“

Schnee auch an Weihnachten unwahrscheinlich

Im vergangenen Jahr kam der Schnee am zweiten Weihnachtsfeiertag – sogar bis nach München, wo immerhin drei Zentimeter Neuschnee verzeichnet wurden. „Da sieht es dieses Jahr aber schlecht aus“, sagt Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst. „Es kommt nach wie vor ungewöhnlich milde Luft vom Atlantik zu uns“, so der Meteorologe. Zwar sei ein Tiefausläufer aus dem Westen im Anmarsch. „Aber der schwächt sich schnell ab und unter 1700 Metern wird es wohl keinen Neuschnee geben.“ Der mögliche Regen werde auch den vorhandenen Kunstschnee-Pisten nicht gut tun. Die Vorhersagemodelle seien sich erstaunlich einig: „In den nächsten Tagen haben wir überhaupt keine Chance auf winterliches Wetter.“ Diese Wetterlage werde sich bis Neujahr nicht ändern. „In diesem Jahr kann man nicht mal von Weihnachts-Tauwetter sprechen“, sagt Wolz, „denn es gibt ja nichts, was tauen kann“.

Mit Neuschnee zur Bescherung sieht es also ganz schlecht aus. In diesem Jahr gilt deshalb: Der Dezember ist der neue Herbst.

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