Für 30 Millionen: Neue Seilbahn auch am Eibsee!

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In die Jahre gekommen: Diese alte Seilbahn gondelt bereits seit fast einem halben Jahrhundert die 2000 Höhenmeter zwischen Eibsee und Zugspitzgipfel rauf und wieder runter

München - Die Zugspitze wird immer mehr zum Millionen-Gipfel – nach den Tunnelplänen der Tiroler Bergbahn-Bosse kündigen nun auch deren bayerische Kollegen ein spektakuläres Großvorhaben an.

Sie wollen die Eibseeseilbahn neu bauen! Dies sei „überfällig“, erklärte Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid am Dienstag gegenüber der tz. Einen näheren Termin nannte er zwar nicht. Bergbahn-Insider gehen aber davon aus, dass die „Ersatzinvestition“ (Schmid) innerhalb der nächsten fünf, maximal zehn Jahre realisiert wird.

Die alte Eibseebahn hat eine große Geschichte. Nach ihrem Bau 1962 wurde sie als Wunderwerk der Technik gefeiert. Sie überwindet auf einer Strecke von circa 4,6 Kilometern fast 2000 Höhenmeter. In Puncto Sicherheit befindet sich die Anlage zwar auf dem neuen Stand. Doch inzwischen gilt sie als eine Art Nadelöhr auf dem Weg zur Zugspitze. Denn in die beiden Kabinen passen nur je 44 Passagiere. Moderne Gondeln wie jene von der Tiroler Seite zum Gipfel fassen über 100 Personen, manche sogar bis zu 150. Eine solche Bahn würde die Beförderungsleistung drastisch erhöhen und damit auch die Wartezeiten verringern.

Andererseits wird der Neubau für die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) ein teures Vergnügen. Er dürfte nach Schätzungen von Experten mindestens 30 Millionen Euro verschlingen. Dazu kommen größere Einnahme- Einbußen auf das gemeindeeigene Unternehmen zu. Denn das Eibsee- Projekt sei technisch sehr aufwändig, erläuterte BZB-Boss Peter Huber auf tz-Anfrage: „Eine solche Bahn kauft man nicht von der Stange, sie bedarf individueller Lösungen. Wir müssen gerade im Gipfelbereich auf engstem Raum arbeiten.“ Es werde mit Sicherheit eine Sommer- Saison dauern, bis die neue Bahn einsatzfähig ist. Huber muss es wissen. Der 55-jährige gebürtige Partenkirchner gilt als einer der führenden Seilbahn-Experten im gesamten Alpenraum.

Aber auch trotz Hubers 30-jähriger Zugspitzbahn-Erfahrung, acht davon als Technischer Vorstand, werden sich Beförderungsengpässe während der Bauphase nicht vermeiden lassen. Von der bayerischen Seite aus fahren jedes Jahr eine halbe Million Besucher auf die Zugspitze. Derzeit nutzen 200 000 von ihnen die Eibsee-Seilbahn, weitere 300 000 die Zahnradbahn. Die Zugspitz-Besucher liefern einen erheblichen Anteil des BZB-Jahres-Umsatzes von derzeit rund 30 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 300 Mitarbeiter.

Andreas Beez

Die drei Wege auf die Zugspitze:

Auf Deutschlands höchsten Gipfel führen drei Wege – jedenfalls, wenn man nicht kraxeln, sondern eine Bergbahn nehmen will. Direkt vom Garmisch-Partenkirchner Bahnhof aus fährt eine Zahnradbahn teilweise durch einen Tunnel hinauf zum gut 2600 Meter hoch gelegenen Gletscherbahnhof Sonnalpin. Zwischen dieser zentralen Station auf dem Platt und dem Gipfel verkehrt die sogenannte Gletscherbahn. Die Eibseeseilbahn schraubt sich mit atemberaubenden Tiefblicken direkt zum Gipfel hinauf – und ist dadurch deutlich schneller. Von Ehrwald- Obermoos aus startet eine weitere Bahn, die ebenfalls zum Gipfel gondelt.

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