Jetzt redet die Mutter des Verstorbenen

Millionenschatz im Garten: Prozess?

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Auf dem Grundstück von Michael S. fand sich das Millionen-Vermögen.

München/Bogen - Der sagenhafte Millionenschatz aus dem Garten von Weltenbummler Michael S. (†53) – nun wird er wohl ein Fall für den Richter.

Nach dem Tod des Geografen Ende Dezember war auf seinem Grundstück ein Vermögen gefunden worden – Gold und Geld im Wert von 1,7 Millionen Euro. Doch wem gehört es? Bogens Bürgermeister Franz Schedlbauer (CSU) geht bereits von einem längeren Rechtsstreit aus, denn die Erben von Michael S. und der mutmaßliche Eigentümer (69) des Schatzes sind sich gar nicht grün …

In der tz bricht Johanna S. (76) erstmals ihr Schweigen. Sie ist die Mutter des überraschend Verstorbenen, der in Irrn bei Bogen ein Entsorgungsunternehmen betrieb. Sie sagt über den möglichen Schatz-Eigentümer, einen Arzt: „Am Tag danach war der Herr auf einmal da. Er meinte, er hätt’ mit mir mal was zum Reden“, erinnert sich die bescheidene Frau aus der Hallertau. „Er sagte, Frau S., Sie werden das nicht wissen, aber ich habe bei Ihrem Sohn im Grundstück Geld vergraben. Ich schaute ihn groß an und fragte: „Wie kommen Sie dazu, hier Geld zu vergraben?“

Nur einmal hatte ihn die Witwe zuvor bei einem Geburtstag ihres Sohnes gesehen. Michael S. stellte ihn als Arzt aus Baden-Württemberg vor, den er bei einer seiner Unimog-Touren kennengelernt habe. Johanna S.: „Er machte einen guten Eindruck, kein Großkopferter. Er erzählte, dass er ein bisserl einsam sei, weil er mit der Frau in Scheidung lebe.“ Von 1,7 Millionen Euro in Bargeld und Goldmünzen, fein säuberlich verpackt in Plastikschalen, sei jedoch nie die Rede gewesen.

Mutter des Verstorbenen will das Geld nicht

Sofort nach dem Tod von Michael S. sollte alles ganz schnell gehen. Er habe sein Vermögen vor seiner Frau in Sicherheit bringen wollen, doch nun wolle er es rasch wieder ausbuddeln, sagte der Arzt angeblich zur trauernden Mutter. „Ich habe mich grad noch derhalten können“, berichtet Johanna S. immer noch empört. „Das ist doch Wahnsinn, so was. Ich dachte, der hat einen Knall. Ich sagte, lassen Sie erstmal die Beerdigung rumgehen. Wenn Sie das Geld solange drin hatten, so lassen Sie es die Tage auch noch drin.‘“ Aber der Doktor blieb hartnäckig: „Das grab’ ich heut’ Nacht aus!“

Johanna S. schaltete die Kripo ein. „Die riet mir, das Geld sicherzustellen. Also hab ich zu meinen Kindern gesagt, dass wir das Grundstück bewachen lassen.“ Anfang Januar rückten dann die Bagger an. Mit Bogens Bürgermeister und Polizisten als Zeugen musste der Arzt zeigen, wo er Geld und Gold angeblich vergraben hatte. Tatsächlich wurden die Schatzgräber fündig. Seitdem lagert alles im Tresor einer Wachfirma.

Auf sich beruhen lassen will Johanna S. die Sache nicht. „Die Kripo hat’s jetzt in der Hand, man kann ja nicht einfach so Millionen vergraben.“ Selber beanspruchen wollte sie das Geld eigentlich nie: „Im Gegenteil, ich schenk’ es noch her. Wir sind einfache Hopfenbauern. Es langt doch, wenn wir alle Tage was zu essen haben.“ Doch offenbar wollen die Geschwister von Michael S. gerichtlich ihre Ansprüche klären lassen.

Die Mutter hatte dem Arzt verboten, zur Beerdigung ihres Sohnes zu kommen. „Ich will den Herrn nicht mehr sehen. Manche Leute, die viel haben, die drehen ja durch.“ Ihr Sohn sei ein anderes Kaliber gewesen, immer ehrlich und bescheiden. Und: „Er hat geholfen, wo er konnte.“

tz

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