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Missbrauchsskandal: Kardinal Wetter entschuldigt sich

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Kardinal Friedrich Wetter © dpa

München - Im Missbrauchsskandal in der Münchner Diözese hat der frühere Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter persönliche Fehler eingeräumt.

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Wetter hatte seit den 1980er Jahren einen wegen Kindesmissbrauchs vorbelasteten Priester als Pfarradministrator in Garching/Alz eingesetzt. “Mir ist jetzt schmerzlich bewusst, dass ich damals eine andere Entscheidung hätte treffen müssen“, heißt es in einer vom Erzbistum am Dienstag verbreiteten Stellungnahme Wetters. Er habe die Fähigkeit eines Menschen zur Umkehr überschätzt, die Schwierigkeiten einer Therapie von Pädophilen unterschätzt. “Die Betroffenen und ihre Angehörigen bitte ich in aller Form um Entschuldigung“, erklärte der Kardinal.

Die Chronologie der Missbrauchsfälle

Der aus der Diözese Essen stammende Mann hatte sich zuvor wieder an einem Kind vergangen und war deswegen 1986 zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt worden. Der betreffende Priester H. war schließlich erst vor wenigen Tagen vom Dienst suspendiert worden. Zuletzt war er als Tourismusseelsorger eingesetzt. Ihm sei jede Kinder- und Jugendarbeit untersagt gewesen, aber er habe sich “nachweislich nicht an die Auflagen gehalten“, hatte das Erzbischöfliche Ordinariat mitgeteilt. Hinweise auf einen erneuten Missbrauch gebe es allerdings nicht.

dpa

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