Neben der Leiche lag dieses Nacktbild

Mord an Casanova-Anwalt: Endlich neue heiße Spur

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In dieser Villa in Bad Wörishofen wurde der Anwalt ermordet

Bad Wörishofen - Der ermorderte Norbert Hübener war nicht nur Anwalt, sondern auch Casanova. Neben seiner Leiche lag ein Nacktbild. Jetzt, 20 Jahre nach der Tat, gibt es eine neue heiße Spur.

Mit einem Fahndungsplakat suchte die Polizei nach dem Mörder

Dieser Mord schockte ganz Bad Wörishofen. Im Herbst 1993 wird Rechtsanwalt Norbert Hübener (57) mit einer Axt in seiner Wohnung erschlagen. Erst Tage später findet ein Freund seineLeiche. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur. Nun, 20 Jahre später, ist die Polizei einem Verdächtigen dicht auf den Fersen. Er stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien und soll sich derzeit dort aufhalten. Nicht das einzige Problem: Der letzte überführende Beweis fehlt. Jetzt hofft die Polizei auf weitere Zeugen!

Der Anwalt Norbert Hübener galt als Casanova. Dieses Foto wurde neben seiner Leiche gefunden

Norbert Hübener galt als verlässlicher Anwalt. Als er im November 1993 nicht erreichbar ist, machen sich Freunde Sorgen. Am 4. November betreten sie seine Wohnung und finden ihn tot auf dem Sofa – ermordet. Eine Obduktion ergibt: Der Täter hat ihn bereits am 29. Oktober mit einer Axt erschlagen. Der Täter stiehlt außerdem das Bargeld und die EC-Karte des Toten. In den Tagen darauf hebt ein Unbekannter an verschiedenen Bankautomaten in ganz Bayern Bargeld in Höhe von 17 500 D-Mark ab, allein in Augsburg 16-mal. Hier beobachtet ein Zeuge den Unbekannten in Begleitung einer Frau. Doch Phantombilder von dem Mann im Alter zwischen 25 und 30 Jahren sowie der Frau führen zu keiner heißen Spur.

Ein Phantombild vom Tatverdächtigen

Hübener, so finden die Beamten später heraus, war nicht nur Anwalt, sondern auch ein Casanova. Er führte Listen über Frauen, die er traf. Neben dem Leichnam fanden die Beamten ein Diabild. Darauf eine nackte Frau mit dem Tod. In seinen Schränken weitere selbstgemachte Aktaufnahmen von Frauen. Die Polizei beschreibt dies als „außergewöhnliches Hobby“. In einem Fahndungsaufruf in Aktenzeichen XY … ungelöst im Jahr 1995 hoffen die Beamten, dass sich das Nacktmodel, die mit dem Tod posiert, meldet. Sie vermuten einen Zusammenhang mit dem Mord. Doch die Frau auf dem Bild bleibt ein Phantom. Viele andere Geliebte – es sind knapp hundert – können nichts beitragen. Doch im Jahr 2009 veröffentlicht die Lokalzeitung einen Artikel über Aktenzeichen XY … ungelöst. Dabei wird der Mord an Hübener aufgegriffen. Und jetzt gibt ein Zeuge einen Hinweis auf einen Mann.

Ein Phantombild der Begleitung des Tatverdächtigen

Seitdem ermittelt die Polizei gegen den 50-jährigen Tatverdächtigen, der zur Tatzeit in Bad Wörishofen als Handwerker tätig war. Die Kenntnisse reichen für die Beamten aus, um den 50-Jährigen als Tatverdächtigen anzusehen. Für eine Anklage reicht es jedoch nicht. Deswegen setzt sie auf Zeugen (Telefon: 0 83 31/1000) und hat eine Belohnung in Höhe von 15 000 Euro ausgesetzt. Der Aufruf wendet sich auch an die Frau, die beim Geldabheben dabei war. Sie braucht keine Strafe zu fürchten.

aw

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