Viola G. (43) erschossen

Mord vor McDonald's: Motiv verschmähte Liebe?

Marktrodach - Ein Streit, ein Schuss – und viele Fragen. Der Mord auf einem McDonald’s-Parkplatz im oberfränkischen Marktrodach gibt den Ermittlern noch immer Rätsel auf.

Gegen 20 Uhr war am vergangenen Samstag Lkw-Fahrer Erdogan S. (59) auf dem Polizeirevier erschienen und hatte eine Tote in einem Auto vorm McDonald’s gemeldet. „Ich bin dafür verantwortlich“, hatte er noch gesagt, bevor er sich festnehmen ließ. Während in dem Schnellrestaurant der Betrieb weiterlief, sicherte die Kripo auf dem Parkplatz die Spuren. Die Tote im blauen Kleinwagen war rasch als Viola G. (43), Mutter von drei Kindern, identifiziert. Doch warum musste sie sterben? Der Tatverdächtige schweigt. Die Ermittler wissen nur, dass er und das Opfer beim selben Autozulieferer im Landkreis Kronach arbeiteten.

Viola G. war vor 22 Jahren aus Brandenburg nach Franken gezogen und hatte sich vor zwei Jahren von ihrem Mann getrennt. Auf Bildern im Internet posiert sie fröhlich in Kostümen. „Sie war eine lebenslustige Person“, sagen Bekannte über sie.

Erdogan S. dagegen wirkt auf Fotos eher schüchtern und zurückhaltend. Er postete oft Fotos von Straßenschildern, an denen er auf seinen Deutschlandtouren vorbeifuhr. Nachbarn des Opfers sagen: „Er machte ihr den Hof. Doch als er mehr von ihr wollte, da wies sie ihn ab ...“

Fakt ist: Gäste des Schnellrestaurants bemerkten am Samstagabend ein Pärchen auf dem Parkplatz, das miteinander stritt. Die Polizei hält es für wahrscheinlich, dass es sich um Erdogan S. und Viola G. handelte. Nach der Obduktion der Leiche am Montagnachmittag steht auch fest, dass die Produktionsarbeiterin an ihrem eigenen Blut erstickte. „Sie wurde von einem Projektil aus einer Schusswaffe getroffen“, sagte Polizeisprecher Alexander Czech. „Dieser Schuss traf die Hauptschlagader des Opfers, wodurch die Frau einen massiven Blutverlust erlitt.“

Erdogan S. sitzt inzwischen unter Totschlags-Verdacht in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft Coburg geht im Moment nicht davon aus, dass er die Tötung der Frau von vornherein geplant hatte. Bei einer Durchsuchung des Hauses des Tatverdächtigen wurde am Montag auch die Tatwaffe sichergestellt. Wie Erdogan S., der bisher straffrei lebte, an die Waffe kam, untersucht derzeit die Polizei.

tz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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