Mordprozess

Ex-Freundin erstochen: Mann gesteht Attacke

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Der Angeklagte beim Prozess am Landgericht Regensburg.

Regensburg - Von der einstigen Liebe ist nichts mehr übrig geblieben: Ein Mann soll seine Ex-Freundin getötet haben. Vor Gericht gestand er, zugestochen zu haben.

Jahrelang haben sie sich geliebt und friedlich mit sechs Hunden zusammen gelebt. Dann wollte die Frau sich trennen - und plötzlich war alles anders. Ein 58-jähriger Mann ist seit Mittwoch vor dem Landgericht Regensburg wegen Mordes angeklagt.  Laut Anklage soll der Zimmerer am Abend des 13. Mai die Balkontür des ehemals gemeinsamen Anwesens in Bogen zertrümmert und seine 53-jährige Ex-Freundin mit neun Messerstichen getötet.

Angeklagter bestritt Mordvorwurf

Schon Tage vor der Bluttat am 13. Mai dieses Jahres war es zwischen dem Paar zu einem handfesten Streit gekommen. Dabei soll der Angeklagte seine Ex-Freundin auch geschlagen haben. Ein Gericht hatte deswegen ein Kontaktverbot verfügt. Nur wenige Stunden nachdem der Gerichtsvollzieher dem Mann den Beschluss übergab, kam es zu der tödlichen Attacke.

Diese schilderte der Angeklagte mit tränenerstickter Stimme vor dem Landgericht Regensburg. Er gab zu, seine Ex-Freundin in Niederbayern erstochen zu haben, bestritt aber den Mordvorwurf.

Er habe die 53-Jährige Mitte Mai zur Rede stellen wollen, gab der Zimmerer aus Bogen zu Protokoll. Dabei habe er sich nachts an das Haus angeschlichen, die Terrassentür eingeschlagen und ein Messer von dem Kaminsims genommen.

Angeklagter schilderte Attacke

Als ihn die Frau in dem dunklen Wohnzimmer entdeckte, habe sie ihm gesagt, dass sie ihn nicht mehr haben wolle und die Polizei rufen werde. Sie sei dann ins Schlafzimmer gerannt und habe nach ihrem Handy gegriffen. „Dann ist es passiert, dann habe ich zugestochen“, sagte der Angeklagte. Die Verteidigung geht von Totschlag aus, weil ihrer Darstellung nach keine Mordabsicht vorgelegen habe. Die Staatsanwaltschaft ist jedoch von einem heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen und zur Verdeckung einer Straftat überzeugt.

Nach der Tat war der damals 57-Jährige zu seinem Bienenhaus geflüchtet und hatte versucht, sich zu erhängen. Als er die Schlinge bereits um den Hals gelegt hatte, habe er seine Schwester angerufen und ihr die Tat geschildert. Dann habe er die Polizei alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt waren die Beamten aber bereits auf der Suche nach dem Zimmerer. „Als ich die Autos hörte, wusste ich, dass es die Polizei ist und bin gesprungen“, sagte der Mann. Die Beamten schnitten den Bewusstlosen los und retteten ihm so das Leben.

Staatsanwaltschaft sieht Rache als Motiv

Die Staatsanwaltschaft geht deshalb davon aus, dass Rache dafür das Motiv des Angeklagten war. Der damals 57-Jährige war der Auffassung, dass sein Opfer das Kontaktverbot mit falschen Aussagen erreicht hatte, um ihn von dem Haus und den Hunden fernzuhalten.

Das Gericht hat bis zum 22. Dezember insgesamt acht Verhandlungstermine angesetzt, sieben Zeugen und vier Sachverständige geladen.

dpa

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