„Skimming“-Serie in München und Nürnberg

Dreister Betrug: Zahlreiche Geldautomaten in Bayern manipuliert - Täter erbeuten sechsstellige Summe

Durch manipulierte Geldautomaten erbeuten Täter in Bayern eine große Menge Bargeld. Das bayerische Landeskriminalamt hat sich bei den Ermittlungen eingeschaltet.

Nürnberg/München - Eine Betrugsserie hat sich in den letzten Monaten in Bayern abgespielt. Seit Oktober 2020 manipulieren Unbekannte Geldautomaten und konnten somit eine beträchtliche Summe Bargeld erbeuten. Rund eine Viertelmillion Euro (230.000 Euro) haben die Täter bisher von fremden Konten in Nürnberg* und München abgehoben, wie das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) bekannt gab.

Das sogenannte „Skimming“ Phänomen habe jahrelang kaum mehr eine Rolle in Bayern gespielt, so heißt es in der Pressemitteilung. Innerhalb weniger Monate registrierte die Polizei mindestens 19 auf diese Weise manipulierte Geldautomaten in der Landeshauptstadt München*. Drei weitere Automaten fanden die Beamten des Polizeipräsidiums Nürnberg* in der fränkischen Metropole. Einer davon wurde sogar zweimal angegriffen.

Nürnberg: Skimming-Serie in Bayern - Betrüger gehen immer gleich vor

Beim sogenannten „Skimming“ lesen die Täter mithilfe spezieller Technik, die sie heimlich an den Automaten anbringen, die Daten der Magnetstreifen auf Zahlungskarten aus. Dies geschieht meist durch ein manipuliertes Kartenlesegerät, dass die Täter vor dem Karteneinschubschacht installieren. Zudem zeichnen sie die PIN-Nummer auf, heißt es in der Mitteilung des BLKAs. Die Täter fertigen mit den ausgespähten Daten Kopien dieser Karten an, mit denen sie dann das Geld ihrer Opfer abheben können. 

Betroffen seien vorwiegend spezielle Zahlungskarten, die nur mit Magnetstreifen und noch nicht zusätzlich mit dem sogenannten EMV-Chip ausgestattet sind. Die rein auf Magnetstreifen basierenden Karten sollen in naher Zukunft deutschlandweit ausgetauscht und damit um das Chip-Verfahren erweitert werden, heißt es weiter. Der EMV-Chip könne im Gegensatz zum Magnetstreifen – nach derzeitigem Stand – nicht kopiert werden.

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Manipulierte Geldautomaten: Wie kann ich mich schützen?

Das BLKA appelliert an alle Karteninhaber, sich zum Schutz gegen Betrug in jedem Fall an die bekannten Vorsichtsmaßnahmen beim Abheben von Bargeld zu halten. Dazu zählt, die PIN-Nummer verdeckt einzugeben. Man solle während der PIN-Eingabe das Tastaturfeld mit der anderen Hand oder einem Gegenstand (z. B. Geldbörse, Blatt Papier) als Sichtschutz vollständig verdecken. Dies erschwere das „Ausspähen“ per Kamera oder Foto-Handy erheblich. Die Polizeipräsidien München* und Nürnberg haben die Ermittlungen mit Unterstützung des BLKAs aufgenommen. (tk) *Merkur.de/bayern und tz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © IMAGO / Michael Weber

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