Oster-Überraschung nach Sturm Niklas

Anwohner beschenken Bahn-Nothelfer

Beim Reparatureinsatz nach Sturm Niklas wurden Bahn-Arbeiter im Raum Murnau mit einem süßen Osternest als Dankeschön überrascht.

Murnau - Als Sturm Niklas abflaut, setzt sich der Frankfurter Frank Sträwe in einen Spezialzug nach Weilheim. Mit seinen Kollegen soll er Oberleitungen reparieren. Doch was die Arbeiter erleben, berührt sie noch heute.

In der Woche vor Ostern kommt der Zugverkehr in Oberbayern zum Erliegen. Sturm Niklas hat Bäume auf die Schienen gefegt, Fichten sind in Oberleitungen gestürzt, vielerorts sind die Leitungen gerissen oder beschädigt. Besonders heftig trifft es die Strecke zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen. Fahrgäste müssen noch Tage nach dem Sturm auf den Schienenersatzverkehr ausweichen.

Frank Sträwe und seine Kollegen blockieren mit einem Spezialzug das Gleis. Die Arbeiter sind eigens von Frankfurt nach Weilheim gereist. Über die Osterfeiertage wollen sie weiter südlich die Oberleitung zwischen Murnau und Garmisch reparieren.

Bei Schnee und Regen arbeiten Sträwe und seine Kollegen teilweise bis spät in den Abend. Die Bahn will das Gleis so schnell wie möglich wieder für den Schienenverkehr frei geben. Meter für Meter fahren die Techniker mit ihrer Lok die Strecke ab, kontrollieren Masten, reparieren die Oberleitung. Ihr tonnenschweres Ungetüm haben die Arbeiter auf den Namen "Daisy" getauft.

Was die Arbeiter aber an Ostern erleben, ist selbst für sie eine Überraschung: Eine Familie aus der Umgebung tritt ans Gleis und überreicht den Bahn-Technikern ein Osterkörbchen. Darin ein Zettel: "Für die Besatzung der Daisy". Obwohl die Arbeiter mit ihrer Lokomotive deutschlandweit unterwegs sind, ist dieses Geschenk etwas Neues für sie: "Wir waren sehr gerührt und wussten gar nicht recht, was wir sagen sollten", erinnert sich Sträwe. "Vor lauter Arbeit in der Fremde haben wir sonst kein Auge für Umgebung und Leute." Hier, im äußersten Süden Deutschlands, werden die Arbeiter herzlich empfangen. Die Dienststelle Murnau habe die Daisy-Besatzung zudem "sehr liebevoll" mit Lebensmitteln versorgt.

"Wir wollen den netten Leuten danken", so Sträwe. Der Dank gelte auch den Menschen in Garmisch, die der Besatzung den Daumen hoch zeigten, als die Anwohner die Spezialisten bei der Arbeit sahen. "So etwas ist ein Großstädter gar nicht mehr gewohnt." Für Sträwe und seine Kollegen waren es trotz des Feiertagsdienstes schöne Ostertage. "Da macht die viele Arbeit Spaß", meint er. "Man ist stolz, einem solch schönen Landstrich und so dankbaren Menschen etwas Gutes getan zu haben."

seh

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