Mutter Gottes rettet Pilger

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Zehntausende Menschen aus ganz Bayern pilgern zurzeit nach Altötting – zur berühmten Schwarzen Madonna. Wie durch ein Wunder wurden 350 Wallfahrer aus Garching an der Alz am Sonntag vor einem schrecklichen Unglück bewahrt.

Altötting - Ein Auto ist auf eine Gruppe von Wallfahrern zugerast - sie sprangen in letzter Sekunde zur Seite.

"Maria hat geholfen!" Tausendfach steht es auf den Votivtafeln der berühmten Gnadenkapelle in Altötting geschrieben. „Bitt‘ für uns“, beteten auch 350 Pilger aus Garching an der Alz (Kreis Altötting), die sich Sonntagmorgen zu Fuß auf den Weg in die Wallfahrtsstadt machten. Offensichtlich hielt die Mutter Gottes ihre schützende Hand über sie: Ein Auto raste von hinten auf sie zu, schleuderte direkt in die Gruppe! Doch wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.

Tief im Morgengrauen, um fünf Uhr, machen sich die Garchinger auf den Weg. „Gegrüßet seist Du Maria …“ Pfarrer Peter Hullermann betet durchs Megaphon vor. 15 Kilometer haben die Garchinger vor sich. Zur Sicherheit warnen vorne und hinten je zwei Feuerwehrmänner mit Blinklichtern und Schwenk-Kellen die Autofahrer.

Ein 27-Jähriger aus Töging (Kreis Altötting) übersieht diese Warnung offenbar völlig. Mit seinem VW Corrado fährt er von hinten auf die Gruppe zu und gibt richtig Gas! „Plötzlich war lautes Motorengeräusch zu hören“, erzählt Feuerwehrkommandant Markus Barth. Wie wild winken die Feuerwehrmänner. „Der Autofahrer hat einfach nicht reagiert.“ Erst wenige Meter vor dem Zug bremst der Töginger, der VW schleudert. In letzter Sekunde springen die Wallfahrer in den Straßengraben. Ein Augenzeuge: „Das war richtig knapp.“

Atemlos gehen die Pilger bald wieder weiter – der Autofahrer aber fährt einfach weg! Weil sich jemand die Nummer gemerkt hat, kann ihn die Polizei schnell aufspüren. Er wird angezeigt wegen Straßenverkehrsgefährdung. Ein Alkotest verlief negativ.

Pilgern nach Altötting – das hat jetzt im „Marienmonat“ Mai Hochsaison, berichtet Herbert Bauer vom Wallfahrtsbüro Altötting. „Allein am Pfingstwochenende kommen 60 000.“ Die Gruppen seien grundsätzlich durch Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte abgesichert. Unfälle seien daher auch „sehr selten“, meldet die Polizei. Anders in Untermeitingen (Kreis Augsburg): Hier passierte 1993 das, was auch den Garchingern drohte: Ein Betrunkener raste in eine Pilgergruppe – vier starben, 20 wurden lebensgefährlich verletzt.

Die Garchinger aber sind am Sonntag gesund in Altötting angekommen. Sie beteten diesmal besonders inbrünstig: „Maria hat geholfen …“

Andrea Stinglwagner

Quelle: tz

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