Mädchen entdeckt Botschaft an der Isar

Mysteriöse Flaschenpost: Wer ist Werner?

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Diese Bilder steckten in der Flaschenpost - doch wer sind die Leute auf den Fotos?

Bad Tölz - Es ist ein Ferienerlebnis wie aus einem Abenteuerbuch. Die siebenjährige Laura aus Wien hat beim Baden an der Isar eine echte Flaschenpost gefunden. Der Inhalt gibt einige Rätsel auf.

Spannend endete am Montag der Badeausflug von Laura (7) an der Isar. Als die kleine Wienerin mit ihrer Mutter Daniela Osterbauer und deren Lebensgefährten Michael Much unterhalb der Isarbrücke badete, entdeckte sie im Fluss eine Flaschenpost. Mama Daniela hat alles auf einem Handyvideo festgehalten: Laura hörte plötzlich ein seltsames Klimpern und rannte sofort zu der Glasflasche, die gerade eine seichte Stelle hinabtrieb.

„Die Whiskeyflasche der schottischen Marke ,The Glenrothes‘ war mit einem Korken fest verschlossen“, berichtet Much, der in Tölz ein Taxiunternehmen hat. „Deshalb mussten wir sie zerbrechen.“ Das Interessante sei der Inhalt gewesen, sagt Daniela Osterbauer. Das Erstaunen war groß, als aus der Flasche ein Haufen Zettel zum Vorschein kam. Es handelte sich um 14 ausgedruckte Bilder und einen handgeschriebenen Zettel. Darauf stand in englischer Sprache. „To my father Werner. I hope this reaches you in the Real Life. See you soon, Ruben“ („An meinen Vater Werner. Ich hoffe, dies erreicht dich noch im wahren Leben. Bis bald, Ruben“). Die Bilder zeigen alle ein und denselben Mann, von seiner Jugend bis in höhere Alter.

Laura (7) entdeckte die Flaschenpost

„Ein Bild hielt uns ab, die Flaschenpost wegzuwerfen“, sagt Much. „Man sieht einen Mann auf einer Sommerrodelbahn, ähnlich wie der am Blomberg.“ Ob das Bild tatsächlich von dort stammt, ist jedoch fraglich. Denn auf dem Foto sind kurz vor dem Ausstieg der Rodelbahn Büsche zu sehen, die zumindest heute am Blomberg nicht an dieser Stelle zu finden sind. Hinzu kommt, dass der Schlitten, auf dem der Mann sitzt, orange ist und nicht - wie die heutigen Gefährte am Blomberg - blau. Bis wann die orange-farbenen Schlitten dort gefahren wurden, konnten Mitarbeiter der Blombergbahn auf Anfrage des Tölzer Kurier nicht sagen.

Bei der Kombination der Namen Ruben, der im Oberland nicht sehr oft vertreten ist, und Werner, liegt der Gedanke nahe, dass Ruben Werner aus Lenggries etwas mit der Flaschenpost zu tun haben könnte. Das bestreitet der Inhaber von FFI „Ferien und Freizeit Isarwinkel“ aber auf Rückfrage. „Der Name meines Vaters ist Helmut.“ Die Post stamme wohl auch nicht aus seinem Verwandtenkreis, meint er.

Auf einem anderen alten Bild ist handschriftlich und undeutlich das Datum „14.09.70“ verzeichnet. Da die Bilder aber am Computer eingescannt und ausgedruckt wurden, ist es unwahrscheinlich, dass die Flaschenpost von 1970 stammt.

Ein weiteres Indiz führt Much ins Feld: „Da der Mann auf einem Bild in Uniform zu sehen ist und auf einem anderen in Taucherausrüstung, dachten wir, dass er vielleicht hier irgendwo beim Militär stationiert war. Deswegen war vielleicht auch der Brief auf Englisch.“ Dass es sich nur um einen Scherz handeln könnte, das hält Much unterdessen für ausgeschlossen.

Wer eine Idee hat, um wen es sich bei Ruben oder Werner handelt und warum jemand so viele Bilder in einer Flaschenpost verschickt, meldet sich bitte beim Tölzer Kurier unter der Telefonnummer 08041/767936.

(Johannes Schober)

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