Daniel M. wurde nur 32 Jahre alt

Nach Armbrust-Mord: Abschied am offenen Sarg

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Dutzende Freunde nahmen Abschied von Daniel. Er lag aufgebahrt im offenen Sarg in der Aussegnungshalle der Heilig Kreuz Kirche in Oberpfaffenhofen

Oberpfaffenhofen - Daniel M., der am vergangenen Wochenende von einem Freund mit einer Armbrust umgebracht wurde, wurde am Donnerstag von seinen Freunden verabschiedet. 

Die jungen Leute spüren die eisige Kälte nicht. Ihre Augen sind mit Tränen gefüllt, einige weinen hemmungslos. In der Aussegnungshalle der Heilig Kreuz Kirche in Oberpfaffenhofen geben sie ihrem Freund Daniel M. (32) die letzte Ehre. Noch vor ein paar Tagen haben viele mit ihm gefeiert, gelacht, getanzt. Jetzt liegt Daniel im offenen Sarg. Sein Gesicht ist so, wie es seine Freunde kennen. Offen, friedlich, entspannt. Die tödliche Wunde in seinem Oberkörper sehen die Freunde nicht, sie ist unter einer Decke verborgen.

Am Sonntagnachmittag ist Daniel von einer Sekunde auf die andere aus dem Leben gerissen worden (tz berichtete). Auf einem Einödhof bei Wessobrunn (Landkreis Weilheim-Schongau) gerät der 32-Jährige mit seinem langjährigen Freund Georg G. (31) in Streit. Dieser packt irgendwann wutententbrannt eine Armbrust und drückt ab. Der Bolzen trifft Daniel aus kurzer Distanz. Er sackt auf dem Hof zusammen, verliert viel Blut.

Seine Freundin (24) aus dem Kreis Garmisch-Partenkirchen alarmiert den Rettungsdienst, leistet Erste Hilfe. Doch weder sie noch der Notarzt können das Leben des jungen Mannes retten. Er stirbt noch am Tatort an seiner Verletzung.

Georg G. flüchtet, lässt sich dann aber ohne Widerstand in der Nähe des Einödhofs von Polizisten festnehmen. Er hat die Tat gestanden und sitzt inzwischen in U-Haft wegen Mordverdachts.

Armbrust-Attacke in Forst: Bilder vom Tatort

Polizei und Rettungskräfte sind am Sonntag wegen einer Armbrust-Attacke in Forst (Kreis Weilheim-Schongau) im Einsatz. © Peter Preller
Polizei und Rettungskräfte sind am Sonntag wegen einer Armbrust-Attacke in Forst (Kreis Weilheim-Schongau) im Einsatz. © Peter Preller
Polizei und Rettungskräfte sind am Sonntag wegen einer Armbrust-Attacke in Forst (Kreis Weilheim-Schongau) im Einsatz. © Peter Preller
Polizei und Rettungskräfte sind am Sonntag wegen einer Armbrust-Attacke in Forst (Kreis Weilheim-Schongau) im Einsatz. © Peter Preller
Polizei und Rettungskräfte sind am Sonntag wegen einer Armbrust-Attacke in Forst (Kreis Weilheim-Schongau) im Einsatz. © Peter Preller
Polizei und Rettungskräfte sind am Sonntag wegen einer Armbrust-Attacke in Forst (Kreis Weilheim-Schongau) im Einsatz. © Peter Preller

Zwei Stunden harren am Donnerstag Dutzende von Daniels Freunden vor der Aussegnungshalle aus. Sie sprechen über ihre Erlebnisse mit ihm, über gemeinsame Höhen und Tiefen. „Danke für die Zeit mit dir. Wir sehen uns in einem anderen Leben“, schreiben viele geschockte Freunde im Internet.

Über den Täter Georg G. verlieren die jungen Menschen kaum Worte. Viele kennen den 32-Jährigen, der seit dem Tod seiner Eltern alleine auf dem Einödhof lebte. Zeitweise wohnte auch Daniel mit ihm in der Abgeschiedenheit. Warum der Streit zwischen den zwei Freunden tödlich endete, können die Trauernden immer noch nicht verstehen.

JAM

Zu einem anderen schrecklichen Vorfall in Niedersachsen kam es bei einer Attacke mit einer Armbrust auf eine Frau mit Hund in Osnabrück, wie nordbuzz.de* berichtet.

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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