Neue Chance für Schüler

Abi-Desaster: Gibt es doch noch ein Happy End?

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Da waren sie noch gut drauf: die Abschlussklasse der Ersten Privaten Fachoberschule Schweinfurt vor den Abiprüfungen

Schweinfurt - Die Schweinfurter Schüler, die allesamt im Abitur durchgefallen sind, bekommen eine zweite Chance - verlieren dabei aber ein Jahr.

Sie büffelten sogar in den Ferien, kamen dafür eigens sogar in die Schule. Doch, wie sich dann herausstellte, wohl meist das Falsche. Das berichten Schüler der Ersten Privaten Fachoberschule Schweinfurt (EPFOS), jener Einrichtung also, die vor dem Mündlichen mit der Durchfallerquote von 100 Prozent traurige Bekanntheit erlangte. Doch die zunächst 27 Leidtragenden bekommen eine zweite Chance, sie verlieren dabei aber ein Jahr. Denn: Sie dürfen an der staatlichen Schule die 12. Klasse wiederholen. „Uns ging es darum, den Eltern und den betroffenen Schülern Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen“, sagte der Leiter der staatlichen Fachoberschule Schweinfurt, Harald Bauer. Die Schüler müssen aber eine Aufnahmeprüfung ablegen.

Derzeit würden die Klausuren und Leistungsnachweise untersucht, sagte der zuständige Ministerialbeauftragte Hansjörg Bosch. Es müsse auch geklärt werden, ob die private Fachoberschule ihre Zulassung behalten könne: „Wir müssen prüfen, was die Ursachen dieses einmaligen Misserfolgs sind.“ Es sei möglich, dass die Privatschule schließen müsse, weil es „irgendwo Nachlässigkeiten gegeben haben muss.“ Privatschulen könnten bei der Verteilung des Lernstoffes vieles anders machen. „Die Privatschulfreiheit hat aber dort Grenzen, wo Rechte und Pflichten vernachlässigt werden.“

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Es gab Hinweise darauf, dass in dem Gebäude, in dem die EPFOS untergebracht ist, nicht alles glatt lief. Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Günther Felbinger, machte diesbezüglich im Kultusministerium Ende Oktober 2012 eine Eingabe, nachdem ihm zwei Lehrer von Missständen berichtet hatten. In der Anfrage ging es allerdings um die Privaten Schulen Schwarz. Darunter fallen drei Schulen, die Private Realschule, die EPFOS und die Private Wirtschaftsschule Müller. Letztere ist „staatlich anerkannt“. Das Kultusministerium ließ über die Regierung von Unterfranken diese prüfen, wobei nichts Auffälliges herauskam. Bei der EPFOS sei dies nicht möglich gewesen, da sich diese als „staatlich genehmigte“ Schule nicht den Regeln unterwerfen muss, wie sie an öffentlichen Schulen gelten.

tz

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