Inhaber gibt auf

Diese Deko war zu schrill: Trachtenladen macht dicht

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Eine rote Hebebühne, eine Kuh-Attrappe und schrille Werbung: Jetzt macht der Trachtenladen dicht.

Bad Wiessee - Mit seiner schrillen Deko hat der Trachtenladen "Resi und Hans" für viel Ärger gesorgt. Jetzt hat Inhaber Walter Lechner keine Lust mehr: Er schließt das Geschäft in Bad Wiessee.

Erst sorgte er mit Kuh-Attrappe „Paula“ und schriller Werbung für einen Aufschrei, dann provozierte er die Gemeinde mit einer roten Hebebühne, von der aus zwei Trachtenpuppen über dem Boden schweben. Jetzt folgt der nächste und wohl auch letzte Akt im Streit um den Trachtenladen an der Bundesstraße in Bad Wiessee: Resi (Michaela Klein) und Hans (Walter Lechner) machen am Freitag, 3. Oktober, ihren Laden wieder dicht.

„Es ist ein Wahnsinn, was da abgeht in Wiessee“, sagte am Montag Inhaber Walter Lechner, nachdem im Streit mit der Gemeinde um seine provokante Außenwerbung kein Ende abzusehen ist. Wie berichtet, bringt der 47-Jährige die Gemeinde in Rage, seit er im Mai eröffnet hat - zunächst ohne Genehmigung, wie sich herausstellte. Dann kam die Deko dazu, die als „Saustall“ und „scheußlichste Art der Werbung“ im Bauausschuss beschimpft wurde.

Jetzt zieht der Wiesseer und selbsttitulierte „Manager vom Disneyland Bad Wiessee“ die Reißleine: „Wir beugen uns den Gemeinderäten, entfernen die Hebebühne und machen zu“, sagt Lechner und lässt nochmal so richtig Dampf ab: „Eine bessere Lage für einen Laden als an der Bundesstraße gibt's nicht, doch in Bad Wiessee herrscht Neid ohne Ende.“ Er sei enttäuscht, dass er keine Unterstützung erfahren habe, spricht von einer „Patronatsstellung der Gemeindräte“ und bezeichnet deren Verhalten „als Frechheit“.

In Miesbach, wo er ebenfalls einen Laden betreibt, würde sich keiner so aufregen, wenn da ein Hebekran zu Werbezwecken an der Straße stehe. „Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich wohl nie eröffnet“, sagt Lechner. Seinen Räumungsverkauf startet er am Freitag, 3. Oktober. Weil er Souvenirs verkauft, dürfe er feiertags öffnen. Um 10 Uhr geht's los.

Befürworter und Gegner sind gegen eine Spende zu Bier und Weißwürsten eingeladen. Das Geld möchte er an Kinder-Organisationen spenden. „Ob Kindergarten, Schule oder Krippe können die Kinder selbst entscheiden“, so Lechner. Allerdings setzt der Inhaber zum Schluss noch eins drauf: Er ersetzt die Hebebühne durch einen 35 Meter hohen „Oktober-Baum mit Fahne“. Ohne die Gemeinde vorher zu fragen: „Ich gehe mal davon aus“, sagt Lechner, „dass das Aufstellen von Maibäumen bei uns in Bayern erlaubt ist.“

gr

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