Nach der Verwüstung in Affing

Kommen mehr Tornados nach Bayern? Das sagt ein Experte.

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Helfer gehen am Donnerstag durch das zerstörte Gebenhofen, einem Ortsteil der Gemeinde Affing im Landkreis Aichach Friedberg, vor zerstörten Gebäuden.

München/Affing - Das kleine Dorf Affing in Schwaben liegt nach einem Tornado in Trümmern. Die Menschen fragen sich: Kommen mehr Tornados? Landrat rechnet mit 40 Millionen Euro Schaden.

Wer die Luftaufnahmen des zerstörten Dorfs Affing betrachtet, bekommt ein mulmiges Gefühl. 178 Häuser sind beschädigt, das wird mehrere Millionen Euro kosten. Weil auch das Dach der Realschule kaputt ist, fällt der Unterricht aus.

Nach dem Tornado in Schwaben summieren sich die Schäden im besonders betroffenen Landkreis Aichach-Friedberg auf mindestens 40 Millionen Euro.

Die Versicherungskammer Bayern spricht von insgesamt etwa 230 beschädigten Häusern im Kreis Augsburg und rechnet ebenfalls mit einem höheren Millionenschaden.

Die Fotos aus Affing erinnern an jene aus Bützow: In der Kleinstadt bei Rostock hatte Anfang des Monats ein Tornado gewütet. Die Menschen in Schwaben und im Rest von Bayern sorgen sich jetzt, dass weitere Tornados folgen könnten.  

Bilder: Das verwüstete Dorf Affing nach dem Tornado

Affing in Schwaben: Tornado hinterlässt Spur der Verwüstung

Doch die Frage, ob die Zahl der Tornados in Bayern zunehmen wird, beantwortet Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdient (DWD) gegenüber unserer Onlineredaktion weder mit Ja noch mit Nein. Ein Trend ließe sich nicht ableiten. Generell sei es schwierig, in der Diskussion um die Klimaveränderung gesicherte Trends für Deutschland und speziell für Bayern vorauszusagen.

Für das kommende Wochenende, 16. und 17. Mai, gibt der Experte vom DWD Entwarnung. Es werde nicht stürmisch. Die nächste Woche könnte dagegen "turbulenter, nämlich regnerischer" werden –  doch das sei noch nicht gesichert.

Gefühlt sind es mehr Tornados, sagen viele Bayern

Der Experte versteht, dass es sich für viele Menschen so anfühle, als kämen Tornados jetzt häufiger nach Deutschland als noch vor einigen Jahren. Er schiebt dieses Gefühl darauf, dass heutzutage mehr Fotos, mehr Videos zackig mit dem Handy gemacht und verbreitet würden. "Heute geht man diesen Wetter-Phänomenen mehr nach als noch vor zehn, 15 Jahren", sagt Kirchhübel. Damals habe man das Ausmaß der Zerstörung bewertet und dann möglicherweise nachträglich auf einen Tornado geschlossen.

Heute gebe es mehr Verfahren für Meteorologen, Tornados zu identifizieren. "Zum Beispiel konnten wir auf dem Radarbild schnell erkennen, dass das in Bützow in Mecklenburg-Vorpommern ein fetter Tornado war", sagt der Meteorologe unserer Onlineredaktion.

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