Sie sollte nur auf die Katze aufpassen

Nachbarin klaut jungem Paar das Hochzeitsgeld

Hochzeitspaar
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Eine böse Überraschung erlebte ein frisch vermähltes Paar im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Während der Hochzeit eines jungen Paars soll eine Rentnerin zu Hause auf die Katze aufpassen. Stattdessen öffnet sie die Glückwunschkarten.

Die Jungvermählten machten lange Gesichter, als sie am Tag nach ihrer Hochzeit die Glückwunschbriefe öffneten. In einigen Umschlägen steckten zwar Grußkarten - aber nicht das Geld, das sie darin vermuteten. Insgesamt 900 Euro waren verschwunden, wie Rückfragen bei den Verwandten ergaben. Die Geschenkumschläge hatten die frisch Vermählten aus einer Gemeinde im südlichen Landkreis im Schlafzimmer abgelegt, bevor sie in der Früh zur Hochzeit nach Österreich gefahren waren.

Der Verdacht fiel schnell auf eine Nachbarin, die sich in der fraglichen Zeit um die Katze des Brautpaars gekümmert hatte. Die Rentnerin (59) musste sich nun wegen Diebstahls vor Gericht verantworten. Sie habe kein Geld entwendet, ließ die Angeklagte durch ihre Anwältin mitteilen. Ansonsten habe sie ihrer Aussage, die sie bei der Polizei gemacht hatte, nichts hinzuzufügen.

Adel zwischen Liebesglück und Scheidungsrichtern

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Liebe auf den ersten Blick: So schildern die Heidelbergerin Silvia Sommerlath und Schwedens König Carl XVI. Gustaf ihre erste Begegnung bei den Olympischen Spielen in München 1972. 1976 heiratete das Paar und hält zueinander - auch wenn Berichte über Sex-Club-Besuche von Carl Gustaf das Ansehen des Königs in der Öffentlichkeit trüben. © dpa
Liebe über den Tod hinaus: Die britische Königin Victoria (1819-1901) und ihr deutscher Gemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819-1861) gelten als größtes Liebespaar des 19. Jahrhunderts. Als er mit nur 42 Jahren an Typhus starb, war sie untröstlich. Jahrelang erschien Victoria nicht mehr in der Öffentlichkeit, fragte vor wichtigen Entscheidungen Alberts Porträt um Rat und schlief 40 Jahre lang nur mit seinem ausgebreiteten Schlafanzug neben sich ein. © dpa
Ehe zu Dritt: Die Traumhochzeit des britischen Thronfolgers Charles mit Lady Diana Spencer wurde 1981 von weltweit 750 Millionen Menschen verfolgt. Was die Braut damals nicht ahnte: Es wurde eine Ehe zu dritt. Denn Charles pflegte mit seiner großen Liebe Camilla Parker Bowles mehr als nur Freundschaft. Charles und Dianas Ehe endete in einem öffentlichen Rosenkrieg. Nach der Scheidung 1996 starb Diana ein Jahr später bei einem Autounfall, und Charles heiratete 2005 die Liebe seines Lebens - Camilla. © dpa
Fels in der Brandung: 1947 erklangen in London die Hochzeitsglocken für Elizabeth und Philip. 1952 wurde sie zur Queen. Umgeben von Eheproblemen ihrer Geschwister und Kinder hielt die Verbindung der 86-Jährigen (ab 21.4.) Königin mit dem 90 Jahre alten Prinzgemahl wie ein Leuchtturm in schwerer See. Versuche der Boulevardpresse, Philip Affären mit Hollywood-Schönen anzudichten, konterte der Prinz: „Wie hätte ich das anstellen sollen? Seit 1947 folgt mir Tag und Nacht ein Sicherheitsbeamter.“ © dpa
Prinz und Partygirl: Norwegens Kronprinz Haakon heiratete 2001 die bürgerliche Mette-Marit Tjessem Høiby. Ihre Verbindung war lange umstritten wegen Mette-Marits wilder Vergangenheit im Party- und Drogen-Milieu sowie wegen ihres unehelichen Sohnes. Zur prunkvollen Hochzeit war die Kritik verstummt, und der kleine Blondschopf Marius erschien im Kinderfrack zu Mamas Trauung. © dpa
Allein unter Millionen: Als der dänische Kronprinz Frederik und die Australierin Mary Donaldson 2004 den Bund fürs Leben schlossen, wollten die beiden trotz Millionen TV-Zuschauern ein Stück weit unter sich bleiben. Aufnahmen durften nur von hinten gemacht werden, als sich die Brautleute in der gefühlvollen Zeremonie an den Händen hielten, mit den Tränen kämpften und das Ja-Wort hauchten. © dpa
Dank an das Volk: Fast zehn Jahre lang muss Kronprinzessin Victoria von Schweden auf die Hochzeit mit ihrem Fitnesstrainer Daniel Westling warten. Nach der glanzvollen Feier im Juni 2010 rief die strahlende Prinzessin vom Schlossbalkon rund 100.000 begeisterten Bürgern zu: „Ich danke dem schwedischen Volk. Denn Ihr habt mir meinen Prinzen gegeben.“ © dpa

Dort hatte sie erklärt, sie habe in der Nacht bemerkt, dass vor dem Haus Licht brannte. Deshalb sei sie ins Haus gegangen um nachzuschauen, ob alles in Ordnung sei. Dabei will sie die im Schlafzimmer auf dem Fußboden herumliegenden Briefumschläge aufgehoben und aufs Bett gelegt haben. „Sie reagierte etwas theatralisch, als ich ihr von dem Diebstahl erzählte“, so die geschädigte Ehefrau (35). „Sie sagte: Oh Gott, ich muss mich erst mal setzen, mir wird ganz schlecht.“ Schließlich habe sie berichtet, dass „in der Nacht ganz schön was losgewesen sei bei uns“.

Davon, dass sie im Haus war und herumliegende Briefe eingesammelt hatte, erzählte die Nachbarin hingegen nichts. Diese Angaben machte die Beschuldigte erst einige Zeit später bei der Polizei. Was ihr vor Gericht keine Pluspunkte verschaffte. Während die Verteidigung auf Freispruch plädierte, weil „an den Schlüssel jeder rankonnte, im Ort bekannt war, dass das Paar im Ausland feierte und außerdem vor deren Abreise reichlich Leute im Haus waren, die die Möglichkeit zum Diebstahl hatten“, sah das Gericht die Schuld der Rentnerin als erwiesen an. „An den großen Unbekannten glaube ich nicht“, machte Richter Helmut Berger deutlich. Er hielt sogar die vom Staatsanwalt beantragte Strafe von 55 Tagessätzen für „deutlich zu niedrig“ und verurteilte die 59-Jährige zu 75 Tagessätzen zu je 35 Euro (2625 Euro).

Rudi Stallein

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