1. tz
  2. Bayern

Nachbarn prügeln mit den Besen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Nürnberg - Richtig grün waren sich Hans Z. (71) und sein Nachbar Bernhard W. (52) noch nie: Doch am 4. Juni 2009 eskalierte der Konflikt am Jägerzaun im Nürnberger Vorort Stein.

Hans Z. leerte einen Staubsaugerbeutel in die Mülltonne aus, schlug dabei den Deckel der Tonne so zurück, dass er auf die Hortensienhecke seines Nachbarn W. knallte. Das wäre noch kein Fall für die Justiz: Doch weil nun beide mit Besen aufeinander losgingen, trafen sie sich nun vorm Landgericht Nürnberg-Fürth.

Richter Markus Bader war gewarnt: Bereits im Februar war der ältere Hans vom Amtsgericht wegen Körperverletzung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 1000 Euro Geldbuße verurteilt worden. Weil eine hitzige Stimmung beim Zivilstreit um Schmerzensgeld zu erwarten war, beorderte der Richter drei Justizbeamte in den Saal. Griesgrämig musste sich Hans Z. nach Waffen durchsuchen lassen – wie übrigens auch sein Kontrahent und die Zuschauer. Ums Tatgeschehen ging es dann nur noch am Rande: Er habe seinen Nachbarn „neutral“ aufgefordert, den auf sein Grundstück geschlagenen Deckel zurückzuklappen, so das Opfer Bernhard W. Doch der habe ihn übel beschimpft und mit einem Besen auf die Hand geschlagen. Die Folge: eine komplizierte Fraktur des Mittelhandknochens!

Dafür forderte Bernhard W. 10 000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld. 24 Mal war er in Therapie, dafür musste er jeweils 3300 Meter zurücklegen, wofür überdies 30 Cent Kilometergeld angemessen wären. Hans Z. ließ über seinen Anwalt zurückschlagen: Es seien nur 3100 Meter gewesen; außerdem seien 25 Cent pro Kilometer angemessen. Schließlich stimmten beide Parteien einem Vorschlag des Richters über 8250 Euro zu. Den geforderten Handschlag verweigerten die Streithähne allerdings hartnäckig.

tz

Auch interessant

Kommentare