Schüler redete sich heraus

Nacktbilder der Freundin auf Facebook: Mann (19) vor Gericht

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Die Nacktbilder der Freundin landeten ungefragt bei Facebook.

Peiting - Ein Peitinger (19) leitete ungefragt Nacktbilder seiner Freundin weiter. Die landeten prompt auf Facebook. Seine Ausrede klang abenteuerlich.

Weil er ungefragt intime Fotos seiner damaligen Freundin (18) weiterleitete, die dann wiederum bei Facebook gepostet wurden, musste sich nun ein 19-jähriger Peitinger vor Gericht verantworten – und bekam eine Geldstrafe und Sozialstunden aufgebrummt.

„Ihre Freundin hat ihre Würde und Ehre in Ihre Hände gelegt und Sie haben das missachtet“ , hielt Amtsrichter Michael Eberle dem Angeklagten vor. Der 19-jährige Schüler aus Peiting hatte drei Fotos von seiner teilweise unbekleideten Freundin an eine weitere Person geleitet und damit einen Stein ins Rollen gebracht – die Bilder wurden gepostet und kreisten seitdem im sozialen Netzwerk Facebook.

Die 18-jährige Auszubildende hatte ihrem damaligen Freund die Bilder im Vertrauen zugeschickt. „Ich dachte niemals, dass er sie weiterleiten würde“, sagte die junge Frau vor Gericht. „Man sollte in der heutigen Zeit mehr nachdenken, bevor man Fotos von sich verschickt“, sagte Richter Eberle und sprach von einer Unbedachtheit der jungen Menschen. Man habe keine Kontrolle mehr darüber, ob seine Fotos in sicheren Händen seien. Schnell könne dadurch, wie in diesem Fall, ein Vertrauensbruch stattfinden, so der Richter am Weilheimer Amtsgericht.

Nacktbilder der Freundin bei Facebook: Die Ausrede des Angeklagten

Der Angeklagte aus Peiting zeigte sich sehr reumütig und entschuldigte sich aufrichtig mehrmals bei seiner früheren Freundin. Um genug Speicherplatz auf seinem Smartphone für das Hochladen eines Screenshots zu bekommen, habe er die Fotos seiner Freundin einer Bekannten geschickt und dann die Fotos bei sich gelöscht. Die Bekannte wiederum leitete ihrerseits aus Spaß die Bilder weiter. Einmal im Netz erschienen, verbreiteten sich die Bilder in Windeseile. Laut Angaben des Angeklagten wurden sämtliche Fotos danach wieder gelöscht. Aber sicher sein kann man sich bei einer Veröffentlichung im Internet oder in sozialen Netzwerken nie, ob da nicht doch irgendwo noch das eine oder andere Foto wieder auftaucht.

Die geschädigte junge Frau hatte wiederum erst von Freunden erfahren, dass solch intimen Fotos von ihr auf Facebook zu sehen seien. „Es belastet mich sehr und ich kann teilweise nicht mehr richtig schlafen“, sagte sie vor Gericht. Sie habe nie gedacht, dass ihr so etwas passieren könnte, so die 18-jährige Auszubildende.

Richter Eberle verurteilte den jungen Mann wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch die Verbreitung von Fotos zu einer Geldstrafe von 200 Euro an die „Brücke Oberland“, zahlbar in zwei Monatsraten. Außerdem kommen auf den jungen Mann 24 Stunden Sozialdienst hinzu, abzuleisten innerhalb von drei Monaten.

Regina Wahl-Geiger

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