Feuer im fränkischen Hettstadt

Nana (11) rettet Schwester - Familie braucht nun Hilfe

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Hettstadt - Ein elfjähriges Mädchen hat seine kleine Schwester im fränkischen Hettstadt vor einem Feuer gerettet. Jetzt braucht ihre Familie dringend Hilfe.

In der Stunde größter Not waren Nana (11) und ihre Schwester Gwen (5) allein auf sich gestellt – und doch haben die beiden Mädchen aus Hettstadt alles richtig gemacht, als ein defekter 500-Watt-Deckenfluter auf einmal einen Vorhang entflammte und binnen Sekunden ihr ganzes Wohnzimmer in Flammen stand.

Während das Feuer das 150 Jahre alte Häuschen erfasste, packte Nana ihre kleine Schwester, rannte mit ihr raus: „Ich habe sie so leicht rausgeschubst. Ich hatte Angst, dass noch mehr passieren kann, wenn es noch mehr brennt.“ Als beide draußen in Sicherheit waren, alarmierte sie per Notruf die Feuerwehr. Erst dann setzte der Schock über das Erlebte ein.

Ihre Mutter Ellen Roether wurde durch die Sirenen auf das Drama aufmerksam. Sie war gerade Holzholen gegangen. „Ich bin heilfroh, dass den Kindern nichts passiert ist und dass keines einen brennenden Styropor-Batzen ins Gesicht bekommen hat.“ Erst vor anderthalb Jahren war die kleine Familie in das Haus eingezogen, zuvor hatte die Mutter 13 Jahre in Spanien gelebt. Zwei Jahre lang wollte sie das Gebäude sanieren – nun steht der 3-Mädel-Haushalt vor dem Nichts.

Auf 10 000 Euro schätzt die Polizei den Schaden, die ganze persönliche Habe ist verbrannt. „Ganz wichtig wäre nun, dass wir in Hettstadt eine Unterkunft finden“, sagt Elly Roether. Denn sie und ihre Kinder fühlen sich hier heimisch. Dazu beigetragen hat auch die enorme Welle der Solidarität in dem Örtchen vor den Toren Würzburgs. Im Rathaus glühen die Telefondrähte, seitdem Nanas heldenhafter Einsatz und die Not der Familie in sozialen Netzwerken bekannt gemacht wurde. Die Gemeindeverwaltung sammelt Angebote für Mobiliar, Geschirr und Kleidung, Mitarbeiter des Bauhofs sammeln die Gegenstände ein. Bei der ersten Prunksitzung im Nachbarort Margetshöchheim wurde spontan zu Spenden aufgerufen. Beim Unternehmer-Stammtisch startete Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher persönlich einen Aufruf.

Vorübergehend sind Mutter und Kinder getrennt bei Familie und Freunden untergekommen. Ein Nachbar hat ihnen bereits eine Wohnung in der Nähe ihrer bisherigen Adresse angeboten. Doch auf die Hilfe ihrer Mitmenschen ist die zweifache Mama weiter angewiesen: Denn sie hatte keine Versicherung!

tz

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