Naturphänomen

Tornado tanzt über Starnberger See

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Auch andere Zeugen fotografierten die Windhose, sein Bild ist aber am schärfsten

Starnberg - Was für ein Schnappschuss! Hans Hoffmann hat am Montag ein seltenes Naturphänomen gesehen und schnell reagiert. Er zückte sein Handy und machte ein Foto von einem tanzenden Tornado.

Manchmal hat man ja das Glück, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein: Hans Hoffmann erging es am Montag so. Da stand der 63-Jährige am Fenster seines Patientenzimmers in der Reha-Klinik von Bernried – und blickte über den Starnberger See. „Und plötzlich begann das Wasser sich regelrecht zu drehen“, erzählt der Bayer. Flux zog Hans sein Handy heraus – und machte Bilder. „Da stand dann ein richtiger Tornado über dem See. Das war echt beeindruckend.“

Tornado-Alarm am Starnberger See: Mehrere Augenzeugen beobachteten das seltene Naturschauspiel, das um kurz nach 11 Uhr stattfand. Eigentlich handelt es sich ja um eine Wasserhose – Tornado ist sozusagen der Überbegriff für den riesigen Windwirbel. „Wir haben auch sofort von der Windhose erfahren, glücklicherweise befand sich aber niemand mit seinem Boot auf dem See“, erklärt Andreas Fischer von der Kreiswasserwacht Starnberg . Denn Tatsache ist: Die Wasserhose kann richtig gefährlich werden, bis zu 200 Stundenkilometer können die Wirbel an Geschwindigkeit erreichen. „Wer im Moment einer Windhose auf See ist, kann nur eines machen: sie aussitzen – und hoffen.“ So schlagartig wie diese Tornados kämen, könne sich kaum wer rechtzeitig an Land retten. Bisher gingen Windhosen wie die am Montagvormittag aber laut Wasserwacht glimpflich aus.

Stellt sich natürlich die Frage: Wie entsteht dieses Naturphänomen? Generell müssen mehrere Wetterfaktoren zusammenkommen – und zwar erst mal heißes Wetter und dann kaltes: „Über das relativ warme Wasser des Sees strömt dann kältere Luft. Diese erwärmt sich über dem Wasser, steigt dann auf“, erklärt Meteorologe Dominik Jung. Vereinfacht gesagt: Es entsteht dann eine Art Staubsaugereffekt – das Wasser wird angesogen. Jung: „Das Ganze kann schon mehr als eine halbe Stunde anhalten, wird aber nie so wild wie ein Tornado auf Land, denn Wasser ist deutlich schwerer als Luft.“ Bei einem Tornado an Land sind schon 400 bis 500 Stundenkilometer an Windgeschwindigkeiten beobachtet worden – innerhalb des Tornados versteht sich. Dieser reißt dann so ziemlich alles mit – auch Häuser.

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Hans Hoffmann ist jedenfalls richtig glücklich, dass ihm der spektakuläre Schnappschuss gelungen ist: „Dass ich mal eine riesige Wasserhose mitten in Bayern fotografiere, hätte ich nie gedacht.“ Ist auch echt selten. So einen „Tornado“ mitten auf dem See gibt es nämlich vielleicht ein-, zweimal im Jahr.

tz

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