Bohrungen in Mittenwald

Jagd nach dem Nazi-Schatz geht weiter

+
Vielversprechend: Die Ergebnisse der Probe-Bohrung lassen Leon Giesen auf mehr hoffen.

Mittenwald - Wenn Leon Giesen nach Mittenwald zurückkehrt, dann wird es spannend. Dann will der Niederländer das große Rätsel um das Nazi-Gold endlich lüften. Die Auflagen der Stadt hindern ihn daran wohl kaum.

Wenn Leon Giesen nach Mittenwald zurückkehrt, dann wird es spannend. Dann will der Niederländer das große Rätsel um das Nazi-Gold endlich lüften. Dann will der Dokumentarfilmer und Hobby-Schatzsucher allen beweisen, dass unter einer ganz gewöhnlichen Mittenwalder Straße ein Schatz der Nationalsozialisten liegt. Geschehen soll dies am besten noch vor dem Winter. Zwar hat die Gemeinde dem Niederländer für sein Vorhaben einige Auflagen erteilt. Aber die scheinen machbar, weil Giesen eines gerade fleißig sammelt: Geld.

„Bis Ende des Monats dürfte alles rund sein“, sagt Maarten Hogenhuis. Der PR-Profi gehört seit neuestem als Pressesprecher zum Team um Geisen. Seitdem die Schatzsuche für so viel medialen Wirbel gesorgt hat, dass es dem Niederländer zu viel wurde. Wie berichtet, haben unter anderem schon die Fernseh-Sendung „Quer“ und Spiegel-Online die Geschichte aufgegriffen. Im niederländischen Fernsehen war Giesen selbst zu Gast, um einen Spenden-Aufruf zu starten.

800 Menschen unterstützen Giesens Projekt

Dort erzählte er von dem geheimnisvollen Musikstück, das er in wenigen Tagen als Schatzkarte entschlüsselt haben will. „Wo Matthias die Saiten streichelt“ wertete Giesen als Hinweis auf Mittenwald und seinen damaligen Geigenbaumeister Klotz. Der Niederländer ist überzeugt davon, dass die Nazi-Schergen der „Werwolf“-Gruppe ein Schatzdepot am nördlichen Ortsrand von Mittenwald angelegt haben. Und seine Theorie scheint viele zu überzeugen. Wie Hogenhuis erklärt, unterstützen bereits 800 Menschen das Projekt. Sie haben alle einen so genannten „Schatzschein“ im Wert von 50 Euro gekauft. Im Topf sind bereits 40 000 Euro.

Die Hälfte dieses Betrags hat Geisen für die vielversprechenden Probebohrungen und die Vorbereitungen dafür im September zahlen müssen. Rund 30 000 Euro würde seinen Berechnungen zufoöge ein zweiter Anlauf kosten. Fehlen aktuell noch 10 000 Euro. Ein Betrag, der laut Hogenhuis in den nächsten Wochen gesammelt werden soll. „Dann wollen wir einen erneuten Antrag bei der Gemeinde stellen.“

Dort schauen die Mitarbeiter eher skeptisch auf das ganze Vorhaben. „Wir sehen das sehr nüchtern“, sagt Ordnungsamts-Chef Hermann Baier. Dennoch hat die Verwaltung die Genehmigung für eine weitere Bohrung in Aussicht gestellt. „Wenn alle Auflagen erfüllt werden.“ Dabei gehe es um einen Haftungsausschluss für die Gemeinde, eine finanzielle Bürgschaft, die Absicherung des Geländes, die Beauftragung einer Spezialfirma und eines Sprengkommandos. „Es kann ja auch sein, dass bei der Grabung etwas anderes ans Tageslicht kommt“, unterstreicht Baier. Wichtig sei deshalb auch die Absprache mit der Feuerwehr und der Mittenwalder Polizei.

Anomalien im Boden entdeckt

Den Rathaus-Mitarbeitern wäre es Baier zufolge ganz recht, wenn sich der Trubel um den Nazi-Schatz schnell wieder legt. Doch damit ist so schnell nicht zu rechnen. Denn egal, was die zweite Grabung ans Tageslicht bringt: Giesen hat weitere Pläne. Er will das ganze Schatz-Projekt in einer Theater-Inszenierung zum Abschluss bringen. Ein Haus stehe ihm dafür schon zur Verfügung. Eingeladen werden zu der Show dann die Eigner der „Schatzscheine“.

Es bleibt also spannend. Allein schon wegen der Anomalien im Boden: Die erste Bohrung hat, wie Hogenhuis erklärt, deutliche Hinweise auf viele metallische Elemente in Mittenwalds Untergrund gegeben: „Die Chancen haben sich vergrößert.“

nah

Internetseite des Projekts (allerdings nur auf niederländisch und englisch): www.mondoleone.nl

auch interessant

Meistgelesen

Keine Rettungsgasse: Feuerwehrlern platzt der Kragen
Keine Rettungsgasse: Feuerwehrlern platzt der Kragen
In München und dem westlichen Oberbayern: Warnung vor Glatteis
In München und dem westlichen Oberbayern: Warnung vor Glatteis
Sepp Haslinger: Wetterkerze wieder voll daneben
Sepp Haslinger: Wetterkerze wieder voll daneben
Meridian lässt Unglückszüge von Bad Aibling nachbauen
Meridian lässt Unglückszüge von Bad Aibling nachbauen

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion