In Mannschaftsbus entdeckt

Neonazi-Aufkleber: Polizist verantwortlich

In einem der Einsatzfahrzeuge fotografierte ein Passant die Kiste mit den rechtsextremen Aufklebern.

Würzburg - Für die von Fußballfans entdeckten Aufkleber aus der rechten Szene auf einem Polizei-Mannschaftswagen ist ein 25-jähriger Bereitschaftspolizist verantwortlich.

Ein 25 Jahre alter Bereitschaftspolizist ist für die Neonazi-Aufkleber in einem Einsatzwagen verantwortlich. Der Mann gehört zu einer Würzburger Unterstützungseinheit und habe sich bei internen Befragungen offenbart, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten.

Er habe angegeben, gedankenlos gehandelt zu haben. Fußballfans hatten die Aufkleber aus der rechten Szene auf einer Holzkiste in dem Mannschaftswagen entdeckt. Die Polizei zeigte sich bestürzt, der Fall schlug auch politisch Wellen.

Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe

Der Mann wurde von seiner Einheit abgezogen, bis die Vorfälle geklärt sind. Weitere Angaben - beispielsweise woher er die Aufkleber bekommen hatte - machte der Beamte laut Oberstaatsanwalt Frank Gosselke zunächst nicht. Die Behörde prüft, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat besteht, auch die interne Untersuchung dauert an.

Aufkleber bei Bundesliga-Relegationsspiel aufgetaucht

Die Aufkleber waren am Sonntag am Rande des Bundesliga-Relegationsspiels der SpVgg Greuther Fürth gegen den Hamburger SV gesehen worden. Sie sind der rechtsextremen Szene zuzuordnen und trugen die Aufschriften „Good night left side“, „Anti-Antifa organisieren. Den Feind erkennen. Den Feind benennen“ und „Kein Sex mit Zecken“. Die „Main-Post“ berichtete unter Berufung auf Informationen „aus dem Umfeld der Ermittlungen“, die Einheit habe die Aufkleber bei der Überwachung einer Neonazi-Veranstaltung formlos sichergestellt.

Ein Polizeisprecher hatte nach Bekanntwerden des Fundes gesagt, dass unabhängig von der strafrechtlichen Relevanz das Neutralitätsgebot verletzt worden sei. Deshalb sei mit disziplinar- oder dienstrechtlichen Folgen zu rechnen.

SPD wirft Innenminister Herrmann Verharmlosung vor

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Helga Schmitt-Bussinger, warf Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vor, den Vorfall zu verharmlosen. „Wenn rechtsextreme Aufkleber in einem Dienstfahrzeug angebracht sind, dann ist das kein "Unsinn", sondern ein katastrophales Zeichen problematischer politischer Gesinnung“, erklärte sie am Donnerstag. Der CSU-Politiker hatte im Bayerischen Rundfunk von einem Einzelfall gesprochen und betont: „Es kann insgesamt überhaupt keinen Zweifel geben an der Verfassungstreue und an der demokratischen Gesinnung unserer Polizei.“

dpa

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