Sensation am Tegernsee

Käfer übernimmt Biergarten auf Gut Kaltenbrunn

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So schön soll's wieder werden: Besucher genießen in Scharen den Biergarten in Kaltenbrunn mit Blick auf den Tegernsee. Die Aufnahme entstand im April 2008. Vier Monate später war Schluss.  

Gmund - Sensation am Tegernsee: Fünf Jahre, nachdem in Kaltenbrunn endgültig die Lichter ausgingen, steht ein Neuanfang bevor - mit dem Münchner Feinkost-König und Oktoberfest-Wirt Michael Käfer (55).

Zusammen mit dem künftigen Betreiber Michael Käfer entwickelt die Blue Lions GmbH als Eigentümerin von Gut Kaltenbrunn ein Gesamtnutzungskonzept für den historischen Vierseithof. Dieses folgt dem Thema Gutshof und beinhaltet Gastronomie, Biergarten mit Selbstbedienungsbereich sowie Veranstaltungsmöglichkeiten.

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Pläne für ein Hotel im großen Stil, wie sie noch vor rund zehn Jahren aktuell waren, jedoch 2008 gerichtlich gekippt wurden, sind damit offenbar vom Tisch. Der erste Bauabschnitt, für den bei der Gemeinde Gmund bereits die Bauanträge eingereicht wurden, umfasst den Königsbau mit Gaststätte, den Biergarten mit Salettl und neuem SB-Bereich sowie Parkplatz und Zufahrtswege. 2014 beginnen die Bauarbeiten, ab 2015 sind die Wiedereröffnung von Gastronomie und Biergarten geplant.

Alle Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit der Abteilung Architektur, Städtebau und Denkmalschutz des Landratsamtes Miesbach und dem Landesamt für Denkmalpflege. „Mit dem Gesamtnutzungskonzept soll Gut Kaltenbrunn wieder öffentlich zugänglich und für jeden erlebbar werden“, betont Antonia Asenstorfer, Sprecherin der Blue Lion GmbH. Das wird Einheimische und Gäste freuen.

Sie waren buchstäblich ausgesperrt, seitdem der Biergarten im Sommer 2008 per Gerichtsbescheid dicht machen musste, weil der Pachtvertrag mit dem damaligen Wirt wegen des ursprünglich geplanten, dann jedoch nicht realisierten Hotelprojekts gelöst wurde. Eine Schranke und ein Bauzaun riegeln seither das Areal ab.

Immerhin wurden die Gebäude regelmäßig mit Denkmalschutzbehörden inspiziert, nötige Instandhaltungsmaßnahmen vorgenommen, eine Plane deckt nach wie vor Teile des Dachs ab. Mehr aber passierte nicht. Doch jetzt wird alles anders.

Alexandra Schörghuber, zugleich Geschäftsführerin der Blue Lion GmbH, setzt dabei voll auf Michael Käfer: „Voraussetzung für die Wiedereröffnung und den Erhalt des Ensembles sind ein Gesamtkonzept und ein Betreiber, der dieses auch mit Leben füllen kann. Wir sind überzeugt, dass Michael Käfer dieser Betreiber ist.“ Schon lange pflegen die Schörghuber-Gruppe und das Gastro-Imperium von Michael Käfer (über 1000 Mitarbeiter, Jahresumsatz 2011: 125 Millionen Euro) enge Geschäftsbeziehungen. „Irgendwann kam wohl die Idee auf, in Kaltenbrunn gemeinsame Sache zu machen“, sagt Asenstorfer. Was nahe liegt: Schließlich hat der 55-jährige Feinkost-König auch privat schon einen Fuß am Tegernsee. Seit über einem Jahr nutzt er ein Haus in Rottach-Egern als Refugium für sich und seine Familie. Er pflegt auch hier Geschäftsbeziehungen.

Am Dienstagabend, zu vorgerückter Stunde im Gmunder Gemeinderat, ließ Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) die Katze aus dem Sack: „Es ist sehr erfreulich, dass Kaltenbrunn wieder belebt wird. Das hat uns lange gefehlt.“ Ein großes Hotel, so Preysing, werde es wohl nicht mehr geben. Das Engagement von Michael Käfer halte er für äußerst positiv. In der nächsten Sitzung des Ortsplanungsausschusses im Oktober werden die konkreten Pläne bearbeitet. Der Dornröschenschlaf von Gut Kaltenbrunn ist vorbei.

Gerti Reichl

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